Lasst die Außerirdischen in Ruhe!

Stephen Hawking hält die Versuche zur Kontaktaufnahme mit außerirdischen Lebensformen "a little too risky"

Der Physiker Stephen Hawking bleibt pessimistisch, was den Kontakt zu Außerirdischen angeht (vgl. dazu Es ist bereits zu spät!): Zwar rechnet Hawking vor, dass für seinen "mathematischen Kopf" angesichts 100 Milliarden Galaxien mit Hunderten Millionen Sternen das Nachdenken über Aliens vollkommen rational begründet sei, aber er befürchtet, dass der Versuch, mit Außerirdischen Kontakt aufzunehmen, "etwas zu riskant" sei.

Seine Folgerung begründet Hawking mit dem Blick auf den Menschen:

"Wir brauchen uns nur selbst anzuschauen, um zu sehen, wie intelligentes Leben sich zu etwas entwickeln könnte, das wir nicht unbedingt treffen wollen."

Als ob der Astrophysiker Drehbuchautoren parodieren wollte, stellt er sich die Außerirdischen in einer Art Flottenverband vor, in riesigen Raumschiffen auf der Suche nach neuen Ressourcen. Da sie ihren Heimatplaneten bereits ausgeplündert haben, sind die Aliens darauf aus, jeden Planeten, den sie erreichen können, zu erobern und zu kolonisieren.

"Wenn uns jemals Aliens besuchen, würde dies nach meiner Überzeugung auf etwas hinauslaufen, das der Landung Christoph Kolumbus' in Amerika ähnelt, ein Ereignis, das für die Ureinwohner Amerikas nicht gut ausging."

Die Aussagen, die gestern in britischen Medien auftauchten, entstammen einer neuen TV-Dokumentation, an der Hawking federführend beteiligt war. Das Skript folgt mehreren Strings, so auch der anderen weitverbreiteten Annahme, wonach der Großteil der nicht-irdischen Lebensformen einfach gestrickt ist, ähnlich wie Mikroben, die nach Auffassung Hawkings zusammen mit "simple animals" die große Mehrheit der weniger bedrohlichen "Aliens" ausmachen dürften (siehe dazu auch Telepolis special: Intelligenz im All).

Für Spezialisten der Suche nach außerirdischer Intelligenz, wie zum Beispiel SETI-Forscher Frank Drake, ist Hawkins Warnung vor dem Absenden von Kosmogrammen längst passé: "Wie gesagt, wir haben uns längst verraten und sind leicht auszumachen. Wir senden schon seit vielen Jahren Radiosignale ins All, die auf unsere Existenz hindeuten. Alle warnenden Stimmen kommen leider zu spät."

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