Leben Aliens in Städten mit künstlicher Beleuchtung?

Astronomen schlagen einen neuen Ansatz für SETI vor

SETI, die Suche nach extraterrestrischer Intelligenz, war bislang ergebnislos. Möglicherweise wurde der falsche Ansatz gewählt. Gesucht wurde etwa nach "verdächtigen" Radiosignalen. Die Astronomen Avi Loeb vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und Edwin Turner von der Princeton University schlagen nun eine neue Technik vor. Man könnte ja auch nach dem Licht von Städten auf anderen Planeten Ausschau halten. Auch die Menschen würden im Übergang von Radio und Fernsehen zu Glasfaser und Kabel für Aliens nicht mehr so leicht zu entdecken ein, aber das Licht der Städte, der Lichtschimmel auf der dunklen Erde, könnte uns weiterhin verraten.

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Ähnlich wie bei den anderen Ansätzen geht auch dieser Vorschlag davon aus, dass die unbekannten Extraterrestrischen uns doch irgendwie ähnlich sein sollten. Man versucht also, wie schon zu Beginn der neuzeitlichen Wissenschaft, vom Bekannten auf das Unbekannte zu schließen. Die intelligenten Aliens kommunizieren technisch nicht nur so wie wir, sie mögen auch die Dunkelheit der Nächte nicht. Zudem leben sie räumlich verdichtet in Städten, so dass die künstliche Beleuchtung oder Vertreibung der Nacht massiv genug sein sollte, um von weither erkannt zu werden.

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Alien-Städte mit künstlicher Beleuchtung - wie auf der Erde. Bild: David A. Aguilar (CfA)

Man müsste, um künstliche Beleuchtung auf einem Exoplaneten zu erkennen, das Licht von dem unterscheiden, das das jeweilige Zentralgestirn auf den Planeten wirft. Wenn sich der Planet um den Stern bewegt, müssten winzige Schwankungen der Helligkeit beobachtet werden können, falls die Aliens auf dem Planeten in seiner dunklen Phase ihre Lebenswelt künstlich beleuchten, was auch hieße, dass sie Augen wie wir haben.

Das Problem ist nur, dass es noch keine Teleskope gibt, mit denen sich solche winzigen Schwankungen auf Exoplaneten erkennen lassen, die Lichtjahre entfernt sind. Bislang könne man das Licht, das von einer Megacity wie Tokio ausgeht, bis zu einer Entfernung am Rande unseres Sonnensystems sehen, bis zum Kuipergürtel, wo sich Pluto und andere Himmelskörper befinden. Wenn es dort Städte mit lichthungrigen Bewohnern gäbe, könnte man sie ausmachen, sagen die Wissenschaftler - was allerdings äußerst unwahrscheinlich wäre. Wichtig wäre, neue Teleskope zu entwickeln, die auch in größeren Entfernungen die Lichter der extraterrestrischen Städte ausmachen könnten. Für die Astronomen könnten die neuen Teleskope wie EELT oder Darwin dazu aber durchaus in der Lage sein.

Es wäre nur dumm, wenn Aliens sich nicht so heftig vermehren und ein ländliches Leben bevorzugen würden. Und es könnte durchaus auch sein, dass sie keine Augen wie wir haben, also keine Sensoren für eine bestimmte Wellenlänge des Lichts, weswegen sie auch keine künstliche Beleuchtung bräuchten.

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