Lebenserwartung der jungen Generation könnte sinken

Nach einer australischen Studie ernähren sich Schüler falsch, bewegen sich zu wenig und sind zu dick

Es könnte keineswegs so sein, dass die Menschen auch in Zukunft immer länger leben. Möglicherweise ist der Zenith schon überschritten, worauf auch die Epidemie der Fettleibigen und Übergewichtigen hindeutet, die immer jünger werden, so dass vermutlich zumindest die Lebenserwartung dieser weiterhin wachsenden Gruppe sinken dürfte, während ein kleinerer Teil der Gesellschaft mit eiserner Disziplin durch körperliche Bewegung und entsprechender Diät versucht, seine Lebenserwartung zu steigern.

Eine von Cancer Council Australia ausgeführte Studie scheint zu bestätigen, dass die jüngeren Generationen aufgrund ihres veränderten Lebensstils mit einer sinkenden Lebenserwartung rechnen müssen. Befragt wurden 12.000 Schüler im Alter von 13-18 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnten und körperlichen Aktivitäten sowie nach ihrem Körpergewicht.

Die Ergebnisse seien "alarmierend", so der Cancer Council. Ein Viertel der Schüler sei übergewichtig oder fettleibig. In den ärmeren Gebieten ist der Anteil deutlich erhöht. Bei 85 Prozent der Schüler ist die körperliche Aktivität zu wenig. Dazu wird zu wenig Obst und Gemüse gegessen. 76 Prozent nehmen nicht die empfohlenen vier Portionen Gemüse und 59 Prozent nicht die empfohlenen drei Portionen an Obst zu sich. Ein Drittel trinkt vier oder mehr Softdrinks oder Sportgetränke, mehr als die Hälfte würde sich auch noch von Werbung verführen lassen und hat nach einer Werbung im letzten Monat mindestens ein neues Lebensmittel und ein neues Getränk probiert.

Professor Ian Olver, der Leiter des Cancer Council, will daraus eine "Zeitbombe chronischer Erkrankungen" herauslesen, was er ja auch kraft seines Amtes muss. Fettleibige Kinder würden als Erwachsene eher chronische Erkrankungen wie Krebs entwickeln, was bedeute, dass "frühere Gewinne an Lebenserwartung" wieder verloren gehen können: "Heutige Teenager können erstmals in der Geschichte in einem jüngeren Alter als die Generation ihrer Eltern sterben".

Australien zählt neben den USA, Großbritannien oder Neuseeland zu den Ländern, in denen der Anteil der Fettleibigen und Übergewichtigen am höchsten ist. Ein Viertel der Erwachsenen ist fettleibig, 37 Prozent sind übergewichtig.

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