Lebensrettende Maßnahmen - mal schauen

Das britische Gesundheitssystem NHS garantiert Todkranken keine Behandlung mehr um jeden Preis.

Dass jeder Patient die notwendige Behandlung erhält, ist im britischen Gesundheitssystem NHS schon länger nicht mehr gewährleistet. Nach einer Entscheidung des National Institute for Health and Clinical Guidelines (Nice) wird nun auch nicht mehr gewährleistet, dass ein Patient lebensrettende Maßnahmen erhält.

Bislang sollte jeder Todkranke nach der sogenannten "rule of rescue" unabhängig von den entstehenden Kosten behandelt werden. Obgleich es einen starken Trieb bei Menschen gebe, einem Mitmenschen, der vom Tod bedroht wird, zu helfen, stoße dies bei begrenzten medizinischen Ressourcen auf Probleme, da dann andere Menschen nicht die erforderliche Behandlung erhalten können, so Nice. Man müsse auch die Bedürfnisse gegenwärtiger und künftiger Patienten berücksichtigen, "die anonym sind und nicht immer Menschen haben, die für sie ihren Fall vertreten". Das ist natürlich eine sehr abstrakte utlitaristische Abwägung für eine Begründung, warum es keinen Anspruch auf lebensrettende Maßnahmen für einen Todkranken geben soll.

Mit seiner Entscheidung vergrößert Nice die schon länger laute Kritik. Aus Kostengründen werden bereits viele Medikamente nicht mehr bezahlt, auch wenn sie, wie beispielsweise in anderen europäischen Ländern erhältliche Medikamente gegen Leberkrebs, die Lebenserwartung verdoppeln können.

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