Letzter Gristleizer gibt nach 32 Jahren den Geist auf

Das vom Throbbing-Gristle-Mitgründer Chris Carter erfundene Gerät war in den späten 1970er Jahren eine der Grundlagen der Industrial Music

Der Gristleizer war ein Effektgerät, das nicht von einem Elektronikkonzern hergestellt, sondern von einem Musiker selbst zusammengelötet wurde. Es prägte wie kein anderes Tonwerkzeug den Sound von Throbbing Gristle, die in den 1970er Jahren die Grundlagen für einen Paradigmenwechsel in der populären Musik schufen.

Erfunden wurde das Gerät 1977 vom Throbbing-Gristle-Mitgründer Chris Carter, der dafür einen Schaltplan aus der Zeitschrift Practical Electronics als Grundlage nahm. Die von ihm gebastelten kleinen Metallkästen enthielten einen spannungsgeregelten Verstärker, einen spannungsgesteuerten Filter und einen niederfrequenten Oszillator. Trotzdem lieferten sie eine Effektbreite, die damals kein anderes batteriebetriebenes Gerät bot.

Jedes Mitglied von Throbbing Gristle bekam einen Gristleizer. Die Band jagte sowohl Synthesizer als auch Gitarre, Bass, Violine, Band- und Rhythmusmaschine sowie die Stimme von Genesis P-Orridge durch das Effektgerät, das so zur Grundlage des typischen und Ende der 1970er extrem fremdartigen Sounds wurde.

Nach dem Ende von Throbbing Gristle baute Carter noch einige Exemplare für befreundete Musiker. Ende letzten Jahres berichtete BoingBoing, dass zwei Gristleizers noch funktionieren würden, nun gab der Erfinder auf Flickr bekannt, dass der letzte seines Wissens nach noch funktionierende nach 32 Jahren seinen Geist aufgab. Es war Carters eigener, der sich seinen eigenen Worten zufolge trotz "schmeicheln, herumfummeln, herumdoktern, ermuntern und neuen Batterien nicht wiederbeleben ließ."