Lithiumsuche in Sachsen

SolarWorld und Bergakademie Freiberg machen alte Bergwerke wieder auf

Die Akkutechnik für Gadgets, vom Smartphone bis zum E-Mobil, setzt (noch) auf Lithium-Ionen-Akkus als Energiespeicher. Entsprechend boomt die Nachfrage nach dem Leichtmetall. So sehr, dass sich auch das Wiedereröffnen alter, aufgelassener Bergwerke zu lohnen scheint. SolarWorld hat jetzt, zusammen mit der Uni-Bergakademie-Freiberg, einen Antrag auf Erkundung der Lithium-Vorräte im Erzgebirge gestellt.

Vorausgegangen sind dem Projekt Tests an acht Tonnen Gestein aus der schon geschlossenen Grube Zinnwald-Georgenfeld. Diese Voruntersuchungen hatten die Daten aus der DDR-Zeit bestätigt, dass die Gesteine hohe Konzentration an Lithium (und außerdem Cäsium, Rubidium und Zinn) enthalten. Die Lithiumvorkommen in Sachsen sollen mengenmäßig zu den zehn größten Lagerstätten der Welt gehören.

Die Grube war schon einmal, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, die größte Förderstätte für Lithium in Europa. Untersuchungen aus DDR-Zeiten schätzen die Lithium-Vorkommen bei Zinnwald-Georgenfeld und Altenberg auf zusammen mindestens 85.000 Tonnen Lithium.

Zur Zeit werden weltweit jährlich rund 20.000 Tonnen Lithium gewonnen. Würde man diese Jahresförderung ganz in die Fertigung von Fahrzeugakkus stecken, würde das für etwa zehn Mio. Hybridautos und eine Mio. Elektroautos ausreichen. Im Moment sind die Hauptlieferanten noch Bergwerke in Kanada und Australien und zu zwei Drittel Bolivien und Chile, die das Metall aus den Salzablagerungen ihrer Wüsten gewinnen.

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