Machen Smartphones klüger oder ärmer?

Neben der Spur

Während irgend jemand auf der Welt immer nach der nächsten Version des iPhones lechzt, hat der Rest der Welt genug davon. Oder zumindest genug an Handyverträgen.

Vergangene Woche ging ein

HP, HP, HURRA

durch die Branche. Ein Urlaut, der zuerst einmal nicht zu viel mit der Tatsache zu tun hat, dass man mittels moderner Technik Schatz, ich bin gerade gelandet durch den Äther brüllen kann. Überall auf der Welt. Aber die Kapitulation von HP und der Verzicht, Smartphones oder Tablets oder sonst irgendetwas Flaches für den mobilen Gebrauch zu bauen, stellt schon die Frage, wer denn jetzt noch Apple das Wasser reichen kann. Oder will. Oder wenn nicht Wasser, dann ein anderes Telefon oder so. Google vielleicht, während Microsoft Nokia positiv ist und vermutlich nur noch zum Wasserträger taugt.

Eine Welt aus zwei edlen Streitern mit möglichst wischresistenten Telefonen wird trotzdem ein wenig an den Lebensbedürfnissen vorbeigehen. Klar, es gibt riesige Unterschiede zwischen den Nutzern von Android- und iPhone-Geräten. So riesig wie der zwischen den Rückwärts- und den Kopfstandbetern in Bad Gotteshausen. Das wissen wir. Aber trotzdem ist es nicht das, was zählt.

Die einen wollen ja immer nur ein neues Telefon. Und schon vorher wissen, wie das Neue nach dem Neuen aussehen wird. Also bitte, hier ist das angeblich neueste Foto vom noch geheimen iPhone5. Jetzt muss aber Ruhe sein.

Und die anderen haben ein ganz anderes Problem: sie haben genug. Verträge. Die Stapeln sich inzwischen in einem eigenen Zimmer und sammeln sich wie Telekommunikationsmüll, der einen eigenen Salzstock verdient hätte. Dabei ist da noch Luft, werden die einen wieder sagen. Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate machen es vor. Dort kommen auf 100 Einwohner 232 Handyverträge. Klar. Man kann bei Vollverschleierung schon einmal ein Telefon in einer Kleidungsfalte verlieren. Aber das ist es nicht. Es ist die Sucht nach mehr. Also her mit dem iPhone 5.01.

Die anderen hingegen überlegen, wann sie das letzte Mal mit einem Smartphone telefoniert haben, schauen ihren Eierkocher an, den sie seit Monaten auch nur noch dazu hernehmen, um die Atomuhrzeit abzulesen. Und dann sagen sie sich: Vielleicht braucht es die ewigen neuen Dinger gar nicht. Und HP wollte uns eigentlich nur sagen:

Es ist genug jetzt mit Bildschirmen, wir verweigern uns. Braucht erst einmal die alten auf, bevor ihr neue kriegt.

Aber das ist vielleicht ein ":" zu weit vermutet.