Massenerschießung bei der Batman-Premiere [Update]

In Colorado tötet ein Mann zahlreiche Kinobesucher

In den USA lief diese Woche Christopher Nolans neuer Batman-Film the Dark Knight Rises an, in dem der Milliardär Bruce Wayne als kostümierter Superheld gegen ein Muskelpaket im Maulkorb kämpft, das zeitweise Gotham City erobert, die Gefängnisse öffnet und die Wohlhabenden in einer Art Parodie der Occupy-Wall-Street-Bewegung der Lynchjustiz überantwortet. Der im Vergleich zu The Dark Knight (mit Heath Ledger als Joker) deutlich schwächere Film wird wohl weniger wegen seines Inhalts, als wegen einer Massenerschießung in die Geschichte eingehen, bei dem ein Mann gestern kurz nach Mitternacht (Ortszeit) in Aurora im US-Bundesstaat Colorado mindestens 14 Menschen tötete und ungefähr 50 weitere teilweise schwer verletzte.

10 Menschen starben noch im Kino, vier weitere im Krankenhaus. Durch Kugeln, die Wände durchschlugen, wurden auch Besucher eines anderen Films verletzt. Trotz der späten Uhrzeit sollen sich unter den Opfern auch Kinder befinden. Über die Motive des Mannes, der sich mittlerweile in Polizeigewahrsam befindet, ist noch nichts bekannt. Bei seiner Festnahme auf dem Parkplatz des Kinos führte er zwei Schusswaffen mit sich. Ein weiteres Gewehr stellte die Polizei im Kino sicher. Der mutmaßliche Täter, der sich den Beamten widerstandslos ergab, soll etwa 15 Minuten nach dem Beginn des Films das Feuer eröffnet haben. Amerikanische Medien berichten zudem, dass die Schüsse von manchen Besuchern anfangs für einen Teil des Programms gehalten wurden.

Besucherberichten zufolge trat der nach Polizeiangaben 24-Jährige angeblich die Tür eines Notausgangs ein und warf Gegenstände, die explodierten und für ein Chaos im Kinosaal sorgten, das mindestens ein Besucher mit seinem Handy filmte. Da der Schütze selbst angeblich eine kugelsichere Weste, einen Helm und eine Gasmaske trug, handelte es sich möglicherweise um Rauchbomben oder Tränengas. Eine anfangs kursierende Meldung über einen zweiten Teilnehmer an der Schießerei wurde von der Polizei mittlerweile dementiert. Derzeit durchsuchen die Behörden das Haus des Täters, in dem sie Sprengstoff vermuten. Davor hat der Festgenommene die Behörden nach Angaben des Polizeisprechers Frank Fania gewarnt.

Nachdem die Polizei erst von 14 Todesopfern sprach, wurde diese Zahl später auf 12 herunterkorrigiert. Bei dem Amokläufer handelt es sich um einen 24-jährigen Medizinstudenten, der im Juni einen Kurs in Neurowissenschaften an der University of Colorado abgebrochen hat.

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