Maulkorb für Palin geplant

Nach offenbar unbedachten Antworten in einem Fernsehinterview soll die Kandidatin Zeitungsberichten zufolge zukünftig nur noch zusammen mit McCain auftreten dürfen

"Erst denken – dann reden" ist eine Spruchweisheit, die sich gemeinhin eher in Nachmittagstalkshows als bei Aussagen von Politikern anbringen lässt. Nachdem McCains Vizepräsidentschaftskandidatin in ihrem ersten Fernsehinterview auf diesem Posten unter anderem forsch eine Aufnahme der Ukraine und Georgiens in die NATO forderte, aber offenbar erst auf eine Folgefrage hin realisierte, dass dies auch militärischen Beistand in Regionalkonflikten gegen Russland bedeuten würde, wollen ihr McCains Berater der Washington Post zufolge einen Schnellkurs in politischem Allgemeinwissen verpassen.

Darüber hinaus ist der Zeitung zufolge geplant, Palin nur noch zusammen mit John McCain auftreten zu lassen. Bisher war es in Präsidentschaftswahlkämpfen üblich, solche Auftritte zu trennen, um eine möglichst große Masse an potentiellen Wählern direkt zu erreichen. Eine Zusammenlegung hätte nicht nur den Vorteil, dass die Kandidatin und ihre Aussagen besser unter Kontrolle gehalten werden könnten, sondern auch, dass McCain, der als eher hölzerner Redner kaum Volksmassen begeistern kann, auf seinen Veranstaltungen mit deutlich mehr Publikumszuspruch rechnen könnte. Zudem würde evangelikalen Wählern auf diese Weise eindringlicher vermittelt, dass das republikanische "Ticket" aus beiden Personen besteht.

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