Mehrzahl der US-Bürger begüßt den Einsatz von Drohnen im zivilen Luftraum

Nur sollen sie nicht für die Ahndung von Geschwindigkeitsübertretungen eingesetzt werden, die heiklen Fragen blieben in der Umfrage sowieso ausgeklammert

In den USA ist ebenso großer Druck vorhanden, den zivilen Luftraum für größere Drohnen zu öffnen. Die Politiker sind auch willens, die ersten gesetzlichen Schritte sind schon gemacht, die Warnungen der Kritiker, die allerdings erst einmal nur auf den Datenschutz zielen, werden bislang nicht ernst genommen. Die Branche setzt auf vage Absichtserklärungen, um die Öffentlichkeit zu beruhigen und die geplante Öffnung des zivilen Luftraums nicht zu gefährden ( US-Drohnenbranche veröffentlicht Verhaltenskodex). Vielfältig einsetzbare Drohnen sind ein großer Markt - und noch dazu kann man dann nicht nur mutmaßliche Terroristen in muslimischen Ländern jagen und gezielt töten, sondern auch Kriminelle und Verdächtige im Land überwachen und verfolgen, zumal es nach Zulassung nicht lange dauern wird, bis auch die Polizei die praktischen bewaffneten Drohnen einführen wird.

Die Menschen könnten allerdings weniger davon begeistert sein, nun noch mehr als bislang aus der Luft unter Beobachtung zu stehen. Nach einer repräsentativen Umfrage der Monmouth University, die im Juni durchgeführt wurde, haben die meisten Amerikaner offenbar prinzipiell nichts gegen Drohnen im zivilen Luftraum, sie wollen vor allem nicht, dass mit ihnen Geschwindigkeitsübertretungen auf den Straßen entdeckt und geahndet werden. Dagegen sprechen sich 67 Prozent aus. Ebenso viele haben nichts dagegen, wenn mit Drohnen Kriminelle verfolgt werden. Auch zur Grenzüberwachung sollten nach Ansicht von 64 Prozent Drohnen eingesetzt werden. Am größten ist die Befürwortung mit 80 Prozent für den Such- und Rettungseinsatz.

Erstaunlich ist, dass die Menschen vom Einsatz der Wunderwaffe des Pentagon und des US-Präsidenten noch gar nicht so viel mitgekriegt haben, obgleich man schon seit Jahren vom Drohnenkrieg spricht und der Einsatz außerhalb der Kriegsgebiete Afghanistan (und früher Irak) völkerrechtlich sehr bedenklich ist. 27 Prozent gaben an, dass sie viel vom Einsatz unbemannter Überwachungsflugzeuge gehört hätten - nach bewaffneten Drohnen wurde erst gar nicht gefragt -, 29 Prozent sagten, sie hätten etwas, 22 Prozent nur wenig und weitere 22 Prozent noch überhaupt nichts davon gehört. Die Unkenntnis bzw. das Desinteresse ist bei den Schwarzen, Latinos und Asiaten am meisten ausgeprägt.

Gefragt wurde denn auch nicht, ob die Amerikaner bewaffnete Polizeidrohnen befürworten würden, sondern lediglich, ob sie Sorgen um ihre Privatsphäre hätten, wenn die Sicherheitsbehörden Drohnen mit weitreichenden Kameras einsetzen. 42 zeigen sich hier sehr und 22 Prozent etwas besorgt oder beunruhigt. Seltsamerweise sind nur 44 Prozent sehr und etwas besorgt, wenn es sich um militärische Drohnen handelt.

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