Merkel: "Multikulti fehlgeschlagen" und "Islam Teil Deutschlands"

Die Kanzlerin gibt auf dem Deutschlandtag der Jungen Union sowohl Wulff als auch Seehofer recht

Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Potsdam meinte Bundeskanzlerin Angela Merkel heute, dass das Motto "jetzt leben wir nebeneinander her und freuen uns übereinander [...] absolut gescheitert" sei. Mit diesem Verweis auf den "Fehlschlag von Multikulti" bezog sie sich offenbar auf eine Äußerung des CSU-Chefs Horst Seehofer, der dies gestern auf der Veranstaltung ebenfalls postuliert und gleichzeitig deutlich gemacht hatte, dass er Deutschland nicht als Einwanderungsland sieht.

Merkel meinte hierzu, dass nur jene Zuwanderung vermieden werden solle, die den Sozialsystemen schade, während diejenige von Fachkräfte trotz eines "Vorrangs" der Qualifizierung einheimischer Arbeitsloser notwendig sei. In diesem Zusammenhang deutete sie auch an, dass sie den Forderungen von Arbeitsministerin von der Leyen und Bildungsministerin Schavan nachgeben und "Eintrittsschwellen senken" will. Zuwanderer müssten aber Deutsch lernen, um nicht zu Sozialfällen zu werden oder solche zu bleiben.

Zudem gab sie noch einmal Bundespräsident Christian Wulf recht, der unlängst mit der Äußerung Aufsehen erregt hatte, dass der Islam ein Teil Deutschlands sei. Dass alles andere "Realitätsverweigerung" sei, so Merkel, sehe man nicht nur am türkischstämmigen Fußball-Nationalspieler Özil. Zwangsehen und Schulunterrichtsentzug durch Eltern könne man jedoch nicht hinnehmen, weshalb in Sachen Integration noch wichtige Aufgaben zu lösen seien.

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