Mit Stammzellen Querschnittslähung heilen

Japanische Wissenschaftler konnten nach eigenen Angaben gelähmte Mäuse mit neuronalen Stammzellen heilen.

Japanische Wissenschaftler der Keio-Universität haben nach eigenen Angaben mit Stammzellen Mäuse, die aufgrund einer Querschnittslähmung mit ihren Hinterbeinen nicht laufen konnten, geheilt.

Auf einer Konferenz berichteten sie letzte Woche von ihrem Erfolg. Teamleiter Hideyuki Okano erklärte, dass sie in das Rückgrat der Mäuse neuronale Stammzellen implantiert hatten, die sie aus menschlichen induzierten Stammzellen (iPS) gezüchtet hatten. Das sind pluripotente Stammzellen, die mit einem Verfahren der Reprogrammierung, das von Shinya Yamanaka von der Kyoto-Universität entwickelt wurde, aus normalen Körperzellen gewonnen werden.

Nachdem sich die aus menschlichen iPS-Zellen gezüchteten neuronalen Stammzellen als wirksam erwiesen und neue Nervenzellen gebildet haben, will Okano möglichst schnell Versuche an Affen vornehmen, um klinische Tests an Menschen vorzubereiten. Für ihren Versuch hatten sie 40 Mäusen neun Tage nach der zugefügten Querschnittslähmung jeweils eine halbe Million Stammzellen implantiert. Die verwendete Mäuseart entwickelt keine Immunreaktion auf Implantate. Nach einem Monat konnten 29 Mäuse wieder laufen, 11 Mäuse sind allerdings gestorben, angeblich nicht an den Folgen, die mit dem Experiment zu haben. Krebszellen sind in den Mäusen bislang nicht aufgetaucht. Die Sorge besteht bei der Verwendung von umprogrammierten Zellen, denen Gene hinzugefügt werden, dass sie sich auch in Krebszellen verwandeln könnten.

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