Mixa-Effekt?

Die Katholische Kirche verzeichnete 2010 in Deutschland erstmals mehr Austritte als Taufen

Der Deutschen Bischofskonferenz zufolge nahm die Zahl der Austritte aus der Katholischen Kirche von 2009 auf 2010 um 47 Prozent zu. Viele Medien bringen diesen Effekt mit den in jüngster Zeit bekannt gewordenen Missbrauchsfällen und dem Finanzgebaren einiger Kirchenfürsten in Verbindung – gesicherte Zahlen dazu gibt es jedoch nicht.

Insgesamt ließen sich im letzten Jahr 181.193 Religionsmündige ihren Abschied von der Glaubensgemeinschaft behördlich bestätigen. Damit übersteigt die Zahl der Austritte erstmals die der Taufen, die bei 170.339 lag. Besonders viele Austritte gab es in den Bistümern München-Freising (21.585), Rottenburg-Stuttgart (15.653), Freiburg (15.279), Köln (15.163), und Augsburg (12.073).

Neu in die Katholische Kirche eintreten wollten lediglich 3.576 Personen. Weitere 7.403 stellten einen Antrag auf Wiederaufnahme. Weil 2010 auch 253.000 deutsche Katholiken starben, verringerte sich der Anteil dieser Religionsgemeinschaft an der Gesamtbevölkerung um 0,3 Punkte auf 30,2 Prozent. Mit insgesamt 24.651.001 Personen liegen die Katholiken jetzt nur mehr knapp vor den aktuell 24.194.986 Köpfe starken Protestanten, deren Zahl deutlich langsamer sinkt.

Ebenfalls zurück ging der Anteil der Katholiken, die regelmäßig an Gottesdiensten teilnehmen: Er sank von 13 Prozent auf 12,6 Prozent. Die Zahl der Priester verringerte sich durch Tod und Ruhestand von 10.182 auf 9.857. Katholische Konfessionsschulen erfreuen sich dagegen seit Jahren eines steigenden Zulaufs.

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