Mülltrennung mit abstrusen Unschärfen...

... und die Überwachungssysteme ordnungsgemäßen Verhaltens an den Containern

Es gibt viele bayerische Gemeinden, die die Müllentsorgung an Abfallcontainern mit Videokameras überwachen lassen - und nicht jeder Bürger oder Politiker ist mit dieser Art von Aufsicht einverstanden, die man andernorts aus Hilflosigkeit gegenüber wilden Müllhaufen "ekelhaften Inhalts" neben den Containern einzuführen erwägt. Das ist nicht nur aus bürgerrechtlicher Sicht bedenklich, das kostet auch viel - unter Umständen sogar mehr als die zusätzliche Entsorgung, über die sich die Gemeinden beklagen, so ein SZ-Bericht über einen Modellversuch.

In Oberbayern gibt es einem Fernsehbericht zufolge neben Überwachungskameras auch Mülldetektive, die den Abfallentsorgern vor den Mülliglus auf den Flaschenverschluss genau auf die Finger schauen. Mit Konsequenzen: aus den Bildern der Kameras und den Beobachtungen der Detektive resultieren Bußgeldbescheide. Manche müssen 30 Euro an die Gemeinde bezahlen, weil sie Plastik-Kinderspielzeug entsorgt haben, wo nur anderer Kunststoffverpackungsabfall hineingehört.

Anscheinend ist aber nicht nur einzelnen überwachten Bürgern nicht ganz klar, wo was genau hinein gehört und auf keinen Fall zusammen, sondern auch echten Profis, die mit kommunalen Müllwagen unterwegs sind und zum Beispiel Biomüll mit Restmüll vermischen.

Zwei Drittel der Deutschen geben an, dass sie die Mülltrennung für ihren "größter Beitrag zum Umweltschutz" halten, ist einem aktuellen Beitrag zu entnehmen, der sich mit dem teilweise absurden System der Mülltrennung befasst. So ist die Trennung zwischen Plastikmüll als Verpackung und als Gegenstand, die jeweils woanders hineingeworfen werden müssen - die Verpackung in gelbe Säcke, gelbe Tonnen oder Container und der Gegenstand in den Restmüll - laut Experten "abstrus", was das Recycling betrifft. Und für manche Müllmänner offensichtlich einerlei, weil sowieso alles zusammengemischt wird. Auch wenn der Redaktion von NDR-Monitor, von der der Beitrag verantwortet wird, Kritik entgegengehalten wird, wonach sie möglicherweise selbst zu viel in einen Topf wirft, so bleibt der fragende Blick in die teure Überwachungskamera: "Ist das nicht übertrieben?" - oder hat eben doch System ( Nasenhaare in Großformat)..