Murdoch kündet das baldige Ende kostenloser News im Netz an

Den ersten Schritt dazu will der Medienimperator binnen eines Jahres mit britischen Zeitungen machen

Das erfolgreiche Geschäftsmodell ist bekanntlich das "next big thing" der Medienbranche. Die dazu neu geäußerte Idee des rechtskonservativen Verleger Rupert Murdoch entspringt einem alten Wunschtraum der Branche: der australisch-amerikanische Medienmogul will künftig den Zugang für Online-Ausgaben seiner Zeitungen kostenpflichtig machen. Wie der Vorstandsvorsitzende und Gründer des Medienkonzerns News Corporation am Rand einer Konferenz gegenüber Fragen von Pressevertretern bestätigte, erwäge der Konzern ernsthaft, Gebühren für die Internetausgaben seiner britischen Zeitungen Times, Sunday Times, Sun und News of the World Online zu verlangen. Entsprechende Schritte könnten in den nächsten 12 Monaten beginnen, sagte Murdoch: "Die Zeiten des gegenwärtigen Internets sind bald vorbei."

Murdochs Zeitungen haben in Großbritannien mit um 21 Prozent gesunkenen Werbeeinnahmen zu kämpfen; die Sunday Times soll nach Aussagen des Medienmoguls mit Mühe schwarze Zahlen schreiben. Demgegenüber würden die "boomenden Zahlen" der Online-Abonnements des Wall Street Journal, die ebenfalls zu Murdochs Imperium gehört, dazu ermutigen, für Online-Inhalte Geld zu verlangen. Wie die Washington Post und Informationen der amerikanischen Nachrichten- und Meinungsseite Daily Beast nahelegen, hat Murdoch ein Bezahlsystem im Auge, das über eine Hardware ähnlich dem Amazon-Reader Kindle funktionieren soll.

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