NPD will Piratenpartei "hinter Gitter" bringen

Der mecklenburgische Fraktionsvorsitzende Udo Pastörs stört sich vor allem an Liquid Democracy

In einem am 11. September aufgenommenen Video, das sich mittlerweile auf YouTube findet, wettert Udo Pastörs, der Fraktionsvorsitzende der NPD in Mecklenburg-Vorpommern, gegen die Piratenpartei, die seiner Ansicht nach "große Töne spuckt und sich selbst der Piraterie bezichtigt". Die "kleine Gruppe" ist dem gelernten Juwelier zufolge "in ihrer Programmatik nicht nur rottenschlecht [sic], sondern […] hat gar keine". Trotzdem greift er einzelne Programmpunkte wie den Rauschaufklärungsunterricht heraus, den er als "Schwachsinn" wertet.

Piraten-"Vorturner" Christopher Lauer ist für Pastörs ein "politisch unterbelichteter junger Mann", den er "im Genusskoma" wähnt und für die Äußerung kritisiert, dass es im Internet egal sei, ob man "mit einer Achtzigjährigen, einem Dreißigjährigen oder einem Hund" kommuniziert, weil dort alle gleich seien. Besonders stört den 61-Jährigen ein zentraler Programmpunkt, für den er erst seine Lesebrille aufsetzen muss: Die Liquid Democracy, unter der er sich einen "ständigen, pausenlosen, Tag und Nacht, Jahr für Jahr anhaltenden Dauer-Abstimmungs-Marathon" vorstellt, weshalb die Piraten seiner Ansicht nach "hinter Gitter" gehören.

Udo Pastörs fiel in der Vergangenheit unter anderem dadurch auf, dass der die BRD eine "Judenrepublik" nannte, wofür ihn das Amtsgericht Saarbrücken zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilte, deren Höhe aber noch einmal überprüft werden muss. Am 28. Januar 2010, der als Holocaustgedenktag gefeiert wird, 88-landtagssitzung--pastoers-haelt-vernichtung-des-qjuedischen-bolschewismusq-fuer-qgute-ideeq&catid=131:2010&Itemid=229: soll der geborene Rheinländer im Schweriner Landtag herumgebrüllt haben, Adolf Hitlers Ziel einer "Vernichtung des jüdischen Bolschewismus" sei eine "gute Idee" gewesen.

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