NSA-Chef verteidigt Prism

Das Lauschprogramm habe mehr als 50 Anschläge vereitelt

US-Präsident Obama ist in Berlin gelandet, wo er vermutlich mit Bundeskanzlerin Merkel keinen schwere Disput über das NSA-Lauschprogramm Prims ausfechten muss. Schließlich will der BND auch in der Abhörriege mitspielen und profitieren die deutschen Behörden von den Lauschaktivitäten der USA.

In den USA stört niemand, wenn im Ausland abgehört wird, was der BND mit bescheidenen Mittel auch macht - ebenso wie andere Geheimdienste. Aber da die NSA auch die Kommunikation von US-Bürgern abspeichert und analysiert, gibt es Aufregung. NSA-Chef Alexander will die Kritik damit besänftigen, dass das Lauschprogramm tatsächlich Terroranschläge verhindert haben soll.

Regierungsmitarbeiter erklärten vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses, dass die NSA mehr als 50 Anschläge verhindern konnte. Aufgrund der Aufdeckung des Lauschprogramms würde man nun nicht mehr so effizient sein können. Terroristen, die nicht ganz naiv sind, würden sich aber hüten, Anschlagspläne über das Internet zu organisieren, schließlich ist schon lange bekannt, dass die US-Geheimdienste global alles abhören, was sie erreichen können.

Wenn also Terrorpläne durch das Lauschprogramm wirklich verhindert wurden - 90 Prozent der Informationen sollen durch Lauschaktivitäten wie Prism gefunden worden sein, dann handelt es sich um Menschen, die man als Amateurterroristen bezeichnen könnte, vermutlich wurden sie meist von Undercover-Agenten erst aufgehetzt. Alexander sagte, dass mindestens 10 in den USA geplante Terroranschläge verhindert werden konnten. Um welche es sich handelt, ist natürlich höchst geheim. Zuvor hatte er schon mal einen Anschlag auf die U-Bahn in New York und auf eine dänische Zeitung erwähnt.

Nachprüfen lässt sich das nicht. Alexander versicherte jedoch den US-Bürgern, sie hätten deswegen so sicher leben können, weil die Geheimdienste ihre Arbeit machten und aus den Fehlern gelernt hätten, die 9/11 ermöglicht haben.

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