NSA setzt in Darmstadt Hausrecht durch

Spionforscher bekommt von Politikern Sand und von Polizisten Pfefferspray in die Augen

Am Griesheimer Dagger-Complex, von wo aus unterirdische NSA-Spione vermutlich auch den Siemens-Konzern ausspähen, stört seit bald zwei Jahren der "Spaziergänger" Daniel Bangert die Idylle. Während die wahlkämpfende Bundesregierung 2013 der Öffentlichkeit gegenüber Verhandlungen über ein No-Spy-Abkommen vorgaukelte, nutzte der Informatikstudent seine bescheidenen Möglichkeiten und wertvollen Grundrechte, um auf seine Weise gegen die massenhafte Verletzung von Bürgerrechten durch eine fremde ausländische Macht auf bzw. unter deutschem Boden zu protestieren.

Bereits damals geriet Bangert ins Visier des Staatsschutzes, was PR-mäßig natürlich nach hinten los ging. Seither unternimmt meist am Wochenende ein "NSA Spion Schutzbund" Exkursionen zum Spiongehege am Eberstädter Weg mit der an die Area 51 erinnernde Hausnummer 51 und leistet dort beim Feiern von Halloween oder dem Unabhängigkeitstag seinen Beitrag. Die Medien haben langfristig Spaß an diesem kreativen Protest.

Nunmehr melden die Aktivisten, Bangert sei bei einem friedlichen Protest am Dagger Complex von herbei gerufenen Polizisten Bangert festgenommen worden. Dabei sei er gewürgt, getreten und mit Pfefferspray angegriffen worden. Drei Polizisten hätten ihn am Boden gehalten. Handys und damit ein Beweisvideo seien beschlagnahmt worden.

Nach Darstellung der Polizei Darmstadt gegenüber TELEPOLIS sollen die Spionforscher am Zaun gerüttelt und sich in der Einfahrt aufgehalten haben, die nicht mehr zum öffentlichen Verkehrsbereich gehört. Die herbeigerufene Polizei habe einen Platzverweis erteilt, dem Bangert nicht nachgekommen sei. Offenbar sei Alkohol im Spiel gewesen, auch sei ein Beamter leicht verletzt worden. Die Behörde bestätigte den Einsatz von Pfefferspray als zulässiges Mittel des unmittelbaren Zwangs zur Durchsetzung des Platzverweises und die vorübergehende Festnahme.

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