Nach Griechenland die USA?

US-Ökonom meint, die Spekulanten könnten sich den USA zuwenden, wo die Höhe der ungedeckten Zahlungsverpflichtungen im Bezug zum BIP fast schon der Griechenlands gleicht

Griechenland hat es zwar als erstes erwischt, aber bald könnten sich die Spekulanten von der Eurozone ab- und einem neuen Ziel zuwenden: den USA. Der US-Ökonom Laurence Kotlikoff von der Universität Boston hat in einem Interview mit der Welt am Sonntag darauf hingewiesen, dass die USA in ähnlichen Schuldenbergen ertrinken wie Griechenland.

In den USA würden sich bereits Zahlungsverpflichtungen anhäufen, die in Zukunft kaum mehr bezahlt werden könnten. Und dabei geht es um ganz andere Summen als in Griechenland: "Zwischen den zu erwartenden künftigen Einnahmen des amerikanischen Staates und den voraussichtlichen Ausgaben ist eine Lücke entstanden, die so groß ist wie das 16-Fache des Bruttoinlandsprodukts (BIP)." Während Griechenland, in dem die Lücke das Siebzehnfache beträgt, aber von den Euroländern gerettet werden könnte, sofern es die vereinbarten Sparauflagen umsetzt: "Wenn sich die Regierung daran hält, kann Griechenland in ein paar Jahren besser dastehen als die USA."

Das wird man in der Eurozone und vor allem auch bei der deutschen Regierung gerne hören, die derzeit von vielen Seiten unter Beschuss steht, da die Meinung vorherrscht, dass Griechenland trotz Schutzschirm abstürzen wird. Und natürlich hat der Wirtschaftsprofessor auch einen Rat an der Hand, wo man sein Geld, sofern man eines hat, investieren soll. Am besten sei es in Firmen zu investieren, "die beispielsweise Lebensmittel herstellen, also irgendetwas, was wir immer brauchen werden".

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