Nach Peak Oil nun auch Peak Gold?

Nach einem Bericht in der Zeitschrift Science spricht einiges dafür, dass die Fördermengen des gerade in der Krise wieder begehrten Metalls allmählich zurückgehen werden

Ressourcen sind endlich. Peak Oil haben wir schon hinter uns gelassen, Wissenschaftler sind der Meinung, dass das derzeit wieder heiß begehrte Gold, mit dem man in finanziell schwierigen Zeiten Sicherheit kaufen und bunkern will, auch knapp werden wird - und damit die Preise für das Metall womöglich weiter in die Höhe schießen.

Obgleich Gold weltweit intensiv gesucht und mit immer besseren Techniken ausgebeutet wird, sind die Mengen im letzten Jahrzehnt nicht mehr gestiegen und werden neue Goldvorräte immer seltener gefunden. Es könnte also Peak Gold eingetreten sein. Ab den 1980er Jahren hatte sich die Fördermenge bis zum Jahr 2000 noch verdoppelt, seitdem scheint sie jedoch nicht mehr anzusteigen. Im Jahr 1999 war ein Tiefpunkt des Goldpreises erreicht. Für eine Unze musste man 238 Euro bezahlen, seit 2006 ist Gold immer teurer geworden, eine Unze kostet jetzt mehr als 1.300 Euro. Anreiz also genug, nach weiteren Goldvorräten zu suchen.

Nach einer Schätzung des U.S. Geological Survey (2012), würden die weltweit noch vorhandenen Goldressourcen noch 33.000 Tonnen betragen. 15.000 Tonnen seien bekannt, 18.000 Tonnen noch unbekannt. Die weltweite Fördermenge ist von 2010 auf 2011 leicht von 2.560 auf 2.700 Tonnen angestiegen. Die Reserven betrugen 51.000 Tonnen, 2009 ging man noch von 100.000 Tonnen an Reserven aus. 166.000 Tonnen sollen in etwa insgesamt gefördert worden sein, 65 Prozent davon seit 1950.

In den 1980er Jahren hatten neue Goldfunde einen Höhepunkt erreicht, seitdem ist die Zahl der neuen Funde durchschnittlich um 20 Prozent gesunken. Zudem ist die Herstellung von Gold deutlich aufwändiger geworden. Zur Gewinnung einer Unze müssen vier Tonnen Gestein bewegt und verarbeitet werden. "Das Goldene Zeitalter des Golds scheint vorbei zu sein", schreibt Richard Kerr in der Zeitschrift Science. Zwar könnte es durchaus sein, dass mit den steigenden Preisen für Gold auch die Fördermengen wieder steigen. Viele in der Branche, so Kerr, gingen jedoch davon aus, dass die Fördermengen noch einige Jahre stabil sein werden. Neue Entdeckungen durch neue technische Mittel werde es aber wohl kaum mehr geben, zumal die Goldressourcen nicht tiefer in der Erdkruste, sondern meist nur knapp unter der Erdoberfläche gefunden wurden. Minenbetreiber sagen, dass es immer länger dauern würde, Genehmigungen für den Betrieb neuer Minen zu erhalten. Dazu kommen die steigenden Kosten für Abfälle und Umweltschäden. Millionen von Tonnen an Gesteinsabfall fallen jährlich an, vor allem aber werden große Mengen an hochgiftiger Zyanid-Lösung verwendet, um das Gold aus dem Gestein zu lösen. Zurückbleiben ebenso hochgiftige Schlacken. Für die Gewinnung von Gold aus Flüssen wird hingegen Quecksilber verwendet. Die Umweltschäden steigen an, weil der Goldanteil pro Tonne Gestein sinkt.

Vermuten kann man, so Kerr, dass Peak Gold sowieso nur der Vorreiter für andere Metalle ist, deren Ressourcen allmählich zur Neige gehen und deren Gewinnung entsprechend teurer und umweltbelastender wird.

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