Nachwuchsprobleme bei den Autokäufern

Immer weniger Jugendliche machen den Führerschein. Das liege an der Wirtschaftskrise, behauptet eine US-Studie

Haben sie kein Geld mehr für Autos oder ist Autofahren überhaupt passé? Seit einiger Zeit tauchen immer wieder Untersuchungen auf, die anzeigen, dass die junge Generation anders unterwegs ist und das Statussymbol Risse im einst so glänzenden Lack bekommt. Auch in Deutschland und in Großbritannien machen weniger Junge den Führerschein als noch vor einigen Jahren.

Besonders in den USA wird das Phänomen in verschiedensten Zusammenhängen aufgeblättert, wenn es etwa heißt, dass "junge Menschen eher Soziale Netzwerke nutzen, als sich in ein Auto setzen, um zu Freunden zu fahren" (siehe Für junge Amerikaner ist der Besitz eines Autos keine Priorität mehr).

Das Wall Street Journal stellt nun eine aktuelle Studie im Auftrag amerikanischer Autoversicherer vor, die den Trend bestätigt. Die Anzahl der versicherten Autofahrer im Highschool-Alter bis 19 Jahre sei im Zeitraum von 2006 bis 2012 um 12 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang wird von einer Untersuchung der US-Behörde Centers for Disease Control mit bestätigt - hatten 1996 noch 85% der älteren Highschool-Schüler einen Führerschein, so waren es 2012 nur mehr 73 Prozent.

Doch wollte die Highway Loss Data Institute-Autoversicherer-Studie auch wissen, ob dieser Rückgang nicht auch mit der Wirtschaftskrise zu erklären sei. Tatsächlich stellte sich heraus, dass zwischen 2006 und 2012 die Arbeitslosigkeit von Personen unter 20 Jahren um 11 Prozent gewachsen ist, während man bei den 35- bis 54-Jährigen lediglich eine Zunahme von 5 Prozent notiert.

Da zeige sich doch eine Umkehrrelation, folgerten die HLDI-Studienautoren: 79 Prozent des Rückgangs der Führerscheininhaber unter Teenagern stehe mit der Arbeitslosigkeit in Zusammenhang. Mittels Grafiken wird veranschaulicht, was der HLDI-Vizechef Matt Moore schön amerikanisch auf den Punkt bringt.

"It looks like teens just can’t afford to drive."

Für die Autoindustrie, die nichts mehr fürchte als eine Gesellschaft, die über Smartphones, Fahrräder und e-Autos mit Carsharing aus dem bisherigen Mobilitätsschema ausbricht, sei chronische Arbeitslosigkeit unter den Kunden nicht unbedingt die bessere Nachricht, bemerkt die Finanzzeitung.

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