Neandertaler hatten Blutgruppe 0

Der nächste Verwandte des Menschen soll zudem hellhäutig, rothaarig und sprachfähig gewesen sein.

Die Neandertaler, die vor 43.000 Jahren in Spanien gelebt haben, hatten Blutgruppe 0, waren hellhäutig, das Gesicht vielleicht mit Sommersprossen übersät. Ihre Haare waren rot – und sprechen konnten sie vermutlich auch. Das nehmen zumindest spanische Wissenschaftler vom Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC) und ein Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie an, die im Rahmen des Neandertaler Genom-Projekts eine Genanalyse des Bluts von zwei männlichen Neandertaler-Fossilien durchgeführt und das erste Neandertal-Gen gefunden haben. Bald soll aber das erste Neandertal-Genom ganz sequenziert sein. Nach ersten Erkenntnissen des mitochondriale Genoms haben sich vermutlich die Linien des modernem Menschen und des Neandertalers vor einer halben Million Jahre getrennt.

In ihrer Studie, die in der Zeitschrift BMC Evolutionary Biology erschienen ist, haben die Wissenschaftler das Gen für das Blutgruppensystem ABO untersucht. Angenommen wird, dass alle menschlichen Allelen des Systems nach der Abspaltung der Hominiden von den Schimpansen entstanden sind. Dass bei beiden Neandertalern Blutgruppe 0 gefunden wurde, spreche dafür, dass die Abspaltung Mensch und Neandertaler nach der Entstehung des Allels für 0, die häufigste Blutgruppe, stattgefunden hat. Die Blutgruppe Null hat auch selektive Vorteile, da sie mehr Antigene gegenüber Krankheiten hat als die anderen Blutgruppen Zudem habe man zwei weitere Gene gefunden, sagen die Wissenschaftler. MC1R lege nahe, dass die Neandertaler helle Haut und rote Haare gehabt haben können, was schon früher vermutet wurde und bekannt war, FOXP2 sei verbunden mit Sprachfähigkeit.

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