Neuer Rekord beim Bankensterben in den USA

Während die Arbeitslosigkeit gesunken sein soll, wurden erneut sechs Regionalbanken geschlossen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat sechs neue Bankenopfer in den USA erzeugt. Die staatliche Einlagensicherungerungsbehörde ( FDIC) teilte mit, dass nun insgesamt in diesem Jahr 130 Banken zusammengebrochen sind, nachdem die Behörde erneut sechs Regionalbanken schließen ließ. Es waren die American Trust Bank in Cleveland (Ohio), die Benchmark Bank in Aurora (Illinois), die Greater Atlantic Bank in Reston (Virginia) und Buckhead Community Bank in Atlanta, die First Security National Bank in Norcross und die Tattnall Bank in Reidsville, die im Bundesstaat Georgia lagen.

Die Einlagen die durch die FDIC abgesichert werden, sollen sich auf fast 2,5 Milliarden US-Dollar belaufen, weshalb die Schräglage des Einlagensicherungsfonds immer deutlicher wird. Erst kürzlich mussten die noch gut 550 Mitgliedsbanken den Fonds retten, weil er wegen der vielen Pleiten pleite ist. Stürzten 2007 drei Banken ab, waren es 2008 schon 25 und mit großen Schritten nähert man sich 2009 dem Rekord von über 180, die 1981 während der Sparkassenkrise geschlossen wurden. Allerdings handelt es sich diesmal oft um ganz andere Kaliber als damals. Dass der FDIC nun über vorgezogene Beitragszahlungen für die nächsten drei Jahre bis zu 45 Milliarden Dollar in die Kassen bekommt, deckt nach Angaben von Experten höchstens 20 % des Finanzbedarfs, der auf die Behörde in den nächsten Jahren zukommt. In nur einem Jahr hat der Fonds eine höhere Summe ausgeschüttet.

Hoffnungen kommen nun auf, dass es angesichts der angeblich fallenden Arbeitslosigkeit zu einer Entlastung kommen könnte, weil dann weniger Kredite ausfallen, welche den Banken das Genick brechen. Nach Angaben des Arbeitsmarktberichts ist die Arbeitslosigkeitsquote im November von 10,2 % auf 10 % gesunken. Die Kreditausfälle entwickelten sich bisher analog zur steigenden Arbeitslosigkeit. Doch kommen einem diese Angaben etwas spanisch vor. Schließlich heißt es in dem Bericht, dass mit 11.000 Stellen nur so wenige Stellen abgebaut wurden, wie seit dem Beginn der Rezession im Dezember 2007 nicht mehr. Doch wie kann die Quote fallen, wenn weiter Stellen gestrichen wurden?

So hatten schon einige Volkswirte im Vorfeld gewarnt, dass saisonbedingte Faktoren die Daten freundlicher aussehen lassen, als sie es real sind. Bisher war die Arbeitslosigkeit deutlich stärker gestiegen, als erwartet worden war. Dabei hatte eine zweite Statistik gezeigt, dass im Oktober nicht, wie behauptet, nur 200.000 Stellen abgebaut wurden, sondern, wie in den schlimmsten Zeiten der Krise, es sogar 600.000 waren. So wird man den Household-Survey abwarten müssen, um ein realeres Bild zu bekommen, denn die Verzerrungen ergeben sich, weil viele Arbeitslose sich schlicht nicht mehr registrieren lassen. Klar ist auch, dass Zahl der Menschen eine neue Rekordmarke erreicht hat, die seit mehr als sechs Monaten keinen Job haben. Das sind nun fast 6 Millionen und über 38 % der Arbeitslosen.

Das sind die Kandidaten für Kreditausfälle, weil sie alle Reserven aufgebraucht haben und die Immobilienkredite nicht mehr bezahlen können. Deshalb darf vermutet werden, dass es vorerst zu keiner Entspannung bei den Bankenpleiten kommen wird.

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