Nicht Heiraten führt aus der Krise, sondern Kinder kriegen

Eine Studie zeigt die Vorteile des Familienzuwachses für Frauen in sozial schwachen Verhältnissen

Ein Team um den Kriminologen Derek A. Kreager will durch eine zehn Jahre währende Langzeitstudie herausgefunden haben, was Frauen aus sozial schwachen Stadtteilen dabei hilft, weniger abweichendes Verhalten zu zeigen: Kinder kriegen.

Die Frauen tranken nach der Geburt weniger Alkohol, rauchten weniger Marihuana und zeigten weniger delinquentes Verhalten. Soweit, so offensichtlich, denn dass die Aufzucht eines Kindes für die meisten Frauen neue Sinnhorizonte öffnet, scheint gesichert. Überraschenderweise haben soziologische Erhebungen bislang aber darauf hingedeutet, dass die Mutterschaft keine oder gar negative Auswirkungen auf das Leben von sozial schwach gestellten Frauen. Neu ist zudem, dass die positive Wirkung der Mutterschaft andere Lebenseinschnitte, wie beispielsweise eine Heirat, weit übertrifft. An der Studie nahmen über 500 Frauen teil, die in benachteiligten Stadtteilen in Denver wohnten. Ob die Ergebnisse übertragbar sind, wollen die Autoren in weiteren Studien analysieren.

Mehrere Fragen bleiben: War das subjektive Lebensgefühl der Frauen vor der Mutterschaft schlechter? Oder war nur ihr Verhältnis zu den staatlichen Institutionen und Legalitätsanforderungen gestört? Und was ist mit der Vaterschaft? Will man die Gedanken der wohlorganisierten Volksgesundheit weiter treiben, kann man auf eine andere Studie verweisen. Die hatte herausgefunden, dass es klüger ist, Töchter als Söhne zu gebären, um risikohaftes Drogenkonsumverhalten zu vermeiden.

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