Noch mehr Kindermissbrauch im "rechtsfreien Raum" Sportverein

Ein Judo-Bezirksjugendleiter aus Passau gesteht 224 Fälle

Noch bevor das Oberlandesgericht München gestern einen Penzberger Leichtathletiktrainer, der ihm anvertraute Kinder in mindestens 215 Fällen sexuell missbraucht hatte, zu 8 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilte, wurde bekannt, dass ein Passauer Judo-Bezirksjugendleiter 224 solcher Taten gestand.

Auch er konnte diese im Rahmen seiner Tätigkeit für einen Sportverein begehen, auf dessen Website er am Mittwoch noch als "Grillmeister" eines Jugendzeltlagers zu finden war. Solche Sportvereine sind insofern ein relativ "rechtsfreier Raum", als sich die Parteien hier aus Furcht vor Stimmeinbußen regulierenden Eingriffen verweigern. Aus diesem Grund konnte der Penzberger Kinder über 18 Jahre lang missbrauchen, so dass das Gericht von einem bereits "eingeschliffenen Verhalten" sprach.

Der Passauer trieb ebenfalls bereits seit den 1990er Jahren sein Unwesen und wurde den gegenüber der Passauer Neuen Presse gemachten Aussagen der Frau nach, die ihn 2004 angezeigt hatte, lange vom Judoclub in Schutz genommen. Die Mutter erklärt sich dieses Verhalten heute damit, dass der Pädophile für den Verein in sportlicher Hinsicht "unersetzlich" gewesen sei.

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