Null Emissionen ist auch wieder langweilig

Uber will bis 2040 emissionsfrei durch die Gegend fahren. Aber keine Bange, es kommen neue Emissionskonzepte aus anderen Branchen an den Start

Uber hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 emissionsfrei durch die Gegend gondeln zu lassen. Also, man hat dafür natürlich einen schönen Slogan entwickelt, man will den "100% zero-emission transport by 2040" angehen. Gut, wir fragen mal nicht nach, was denn 90% von Null sein soll. Da wollen wir nicht pingelig mit den 100% sein. Null ist Null. Egal zu welchen Teilen.

Wir sind einfach begeistert von dem Commitment und denken uns im Stillen: Ach menno, jetzt fallen dann schon wieder Emissionen aus. Bald wird es grottenruhig in der Welt sein. Und nix kommt mehr aus dem Auspuff, das ist doch auch nicht so lustig. Abgase sind doch auch eine Art, sich als Maschine auszudrücken und seinen ganz individuellen, fast intimen Style zu zeigen.

Aber vielleicht kann eine Erfindung den Spaß am Ausdruck wieder nach vorne bringen. Man kann es zwar noch nicht kaufen, das findet alles noch ein wenig zu sehr im Labor statt, und vermutlich muss man sich wegen der Sensoren auch den Kopf scheren, was auch nicht jedermann/frau tun will. Aber jetzt kommt das Kleidungsstück, das die Emotionen des Trägers aufnimmt und sie dann in der Form darstellt. Muss man sich in etwa so vorstellen:

Mann oder Frau (geschoren, die Sensoren, Sie wissen schon) ist gerade über die neue Frisur sehr wütend. Das merken die Sensoren und stellen das Kleidungsstück in Farbe und Form auf "sehr wütend". Vermutlich sieht man dann einen glatzköpfigen Zeitgenossen mit einem knallroten Warndreieck um die Hüften herum vorbeilaufen.

Ich sage mir "ach so", denn ich erinnere mich daran, dass unser Nachbar immer schon so etwas hatte. Regelmäßig lief er mit wie aufgeblasenen Pumphosen über die Straße vor unserem Haus. Das konnte ich mir nicht erklären, bis seine Gattin uns irgendwann mal von seinen Magenproblemen und den damit verbundenen Blähungen erzählte. Ja, damals war die Welt noch in Ordnung, bei heftigem Methanausstoß galt man noch nicht als Umweltsünder, nur als Störenfried.

Aber das will der Sensor am Kleid ja nicht messen und darstellen. Hoffentlich nicht. Too much information. Auch sonst könnte es ein paar Schwierigkeiten im täglichen Umgang mit seinem Kleidungsstück geben. Wer will schon auf einer Party sich "Nein, was für eine schöne Überraschung, Du hier" sagen hören, und dann schaltet die blöde Hose wieder auf Warndreieck. Da kommt man doch total unglaubwürdig rüber. Geht gar nicht.

Vielleicht lassen wir das mit der Emotionsjacke mal sein, man muss nicht immer alles emittieren. Das tut eigentlich auch dem Klima gut. Dem sozialen und dem umwelttechnischen.