Nur Treffen für den schönen Schein?

Schüler und Studierende üben heftige Kritik an Berliner Bologna-Konferenz

Am 7. Juli fand in Berlin auf Einladung der Bildungsministerin Annette Schavan eine Bologna-Konferenz statt, auf der neben Vertretern der Hochschulen, der Kultusministerkonferenz sowie des Deutschen Studentenwerks und der Parteien auch Schüler und Studierende Kritik am Bolognaprozess übten, sowie Möglichkeiten einer Studienreform diskutierten.

Die Reaktionen auf die Konferenz waren denkbar unterschiedlich. Während sich Schavan in einer Pressemitteilung zufrieden mit der Konferenz zeigte und die Anregung der Studierenden bei der Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses aufgreifen will, reagierten Schüler und Studierende enttäuscht. So nennt der freie zusammenschluss der studierendenschaften ( fzs) die Bologna-Konferenz einen Flop und kommt zu dem Fazit, dass mit dieser Ministerin „eine sinnvolle Bildungspolitik unmöglich scheint“.

Auch einige aktive Schüler und Studierende des einwöchigen Bildungsstreiks, der Mitte Juni den Protest gegen den Bolognaprozess in der Öffentlichkeit populär gemacht hat, sind enttäuscht von der Bologna-Konferenz. „Das Verständnis, das den Studierenden zwischenzeitlich entgegen gebracht wurde, hat sich am Ende der Konferenz in Luft aufgelöst", so das Fazit von Paul Helm, der am Gespräch mit Schavan beteiligt war.

Die meist sehr jungen Aktivisten der Bildungsproteste machen nun die Erfahrung, dass die politisch Verantwortlichen solche Proteste gerne aussitzen. Über die Konsequenzen und die Perspektiven der Bildungsproteste wollen die Schüler und Studierenden auf einem bundesweiten Kongress in Bonn beraten. Dort sollen auch weitere Proteste für das nächste Semester vorbereitet werden.

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