Ölförderung wird teurer

Eine Reihe von Energiekonzernen kämpft mit hohen Kosten und zurückgehenden Profiten

Ein sicherer Hinweis darauf, dass die großen und leicht zugänglichen Erdöllagerstätten langsam ausgebeutet sind, ist die Zunahme der Explorationskosten. Chevron, ExxonMobil und Royal Dutch Shell haben 2013 zusammen knapp 90 Milliarden Euro für die Steigerung ihrer Förderung aufbringen müssen, berichtet die Agentur Pressetext Austria.

Neue Lagerstätten sind meist nicht nur weniger ergiebig, sie liegen auch oft an problematischen Orten. Im Eismeer im Norden zum Beispiel, an den Kontinentalhängen in tiefen Meereszonen oder auch unter dem Kaspischen Meer, in das nicht Bohrplattformen aus anderen Regionen geschleppt werden können. Dort hat ein Konsortium von Shell und ExxonMobil mit einer Explosion seiner Erschließungskosten zu kämpfen, schreibt die Agentur.

Entsprechend hat Shell Mitte Januar eine Gewinnwarnung herausgegeben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei im vierten Quartal 2013 mit einem um rund 40 Prozent reduzierten Ertrag zu rechnen. Ursache ist neben den hohen Förderkosten auch ein Rückgang der Produktion. Auch ExxonMobile meldet aus den gleichen Gründen einen Rückgang seines Gewinns für das vierte Quartal.

Bei BP hat man im letzten Quartal ebenfalls weniger verdient, führt das aber vor allem auf Probleme in den Raffinerien zurück. Ansonsten hat der Konzern inzwischen 42,7 Milliarden US-Dollar (31,6 Milliarden Euro) für Schadensersatzansprüche wegen der großen Ölkatastrophe vom Sommer 2010 zurückgelegt und erwartet eine Welle von Zivilprozessen.

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