Ölpreis steigt, da auch Nicht-Opec-Länder die Förderung einschränken

12 weitere Länder wollen die Produktion um 600.000 Barrel zurückfahren, was den Ölpreis deutlich treibt

­ Es werden wieder einmal große Worte bemüht: "Historische Einigung treibt den Ölpreis", schreibt das Handelsblatt zur Tatsache, dass sich 12 Ölstaaten darauf geeinigt haben, mit den Staaten des Ölkartells Opec die Produktion zu kürzen. 560.000 Barrel pro Tag sollen zusätzlich wegfallen.

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Das hört sich gut an, doch kommen davon allein 300.000 aus Russland. Und der weltgrößte Ölförderer war an dem Opec-Deal, der praktisch nur ein Einfrieren der Produktion bedeutet, längst beteiligt.

So ändert sich praktisch nur wenig. Allerdings bedeutet dies nun, dass insgesamt weltweit die Förderung kurzzeitig tatsächlich etwas verringert werden könnte, die große Überproduktion wird damit aber nicht beseitigt. Deshalb rechtfertigt das den deutlichen Preisschub nicht, den die Ölpreise gerade die letzten Wochen gezeigt haben. Sie stiegen am Montag auf den höchsten Stand seit Sommer 2015. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar verteuerte sich spekulativ am Montag um gut 5% auf mehr als 57 US-Dollar.

Da es dafür keinerlei realen Gründe gibt, ging der Preis am Dienstag auch wieder zurück und steht derzeit bei gut 55 Dollar. Weiterhin ist klar, dass die Rechnung ohne die Fracker gemacht wird, die sich in Nordamerika über die Preisentwicklung die Hände reiben. Die besonders dreckige Förderung wird damit wieder richtig rentabel. Wie bereits beschrieben, weiten sie ihre Produktion aus und sind an keinem der Deals beteiligt. Sie fördern nun wieder beständig 8,7 Millionen Barrel pro Tag.

Das sind 300.000 Barrel mehr als im Sommer und damit ist die für die Zukunft geplante Verkürzung praktisch schon mehr als aufgezehrt. Sie werden zudem schnell die Produktion ausweiten und haben Kapazität, um die Förderung um eine Million Barrel pro Tag zu steigern, wenn der Preis auf dem Niveau bleibt oder weiter steigt, wofür es außer Spekulation aber keinen Grund gibt. Klar ist, dass es der Opec bisher gelingt, mit ihrer Politik die Preise auf das Niveau von 50 Dollar oder darüber zu halten, der die Defizite in Förderländern senkt oder beseitigt, ohne die Produktion nachhaltig zu senken.

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