Österreich als Avantgarde beim eLearning

In der Alpenrepublik entstand ein Lehrbuch abseits von traditionellen akademischen Arbeitsweisen

Sandra Schön von der Forschungsgesellschaft Salzburg Research und Martin Ebner von der Technischen Universität Graz haben ein Lehrbuch zum eLearning herausgegeben, das nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Herkunft Neues bietet. Anders als andere akademische Werke entstand das "Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien" (L3T) nicht durch Alleinautoren, die Leistungen Dritter mit mehr oder weniger Aufwand umformulieren, sondern durch die Internet-Zusammenarbeit von 115 Autoren und über 80 Gutachtern – also in einer Arbeitsweise, wie man sie bisher vorwiegend von Open-Source-Software oder der englischsprachigen Wikipedia kannte.

Allerdings sind die Beiträger nicht überwiegend anonym, sondern durchaus namhafte Experten wie die Münchener Pädagogikprofessorin Gabi Reinmann und der Hamburger Professor Rolf Schulmeister. Neben der kostenlosen Online-Ausgabe gibt es das Lehrbuch als App und ab Mai auch als gedrucktes Buch. Für dessen Finanzierung experimentiert man mit Crowdfunding via Flattr und werbenden Sponsoren – Modellen, die Ebner als potenziell zukunftsträchtig für das Publizieren von Open-Access-Material ansieht.

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