Ohne staatliche Hilfen ist ein Viertel der Deutschen von Armut bedroht

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren 2007 15 Prozent der Bevölkerung trotz staatlicher Hilfen armutsgefährdet.

Wenn es die staatlichen Sozialleistungen nicht gäbe, wäre ein Viertel der Menschen in Deutschland armutsgefährdet. Werden die Sozialleistungen berücksichtigt, so gibt das Statistische Bundesamt bekannt, waren 2007 15 Prozent der Menschen armutsgefährdet, ebenso viele wie auch 2006, obgleich Bundeskanzlerin Merkel damals noch davon gesprochen hatte, dass der Aufschwung bei allen ankomme. Als Armutsgefährdet galt 2007 eine Person, die weniger als 913 Euro zur Verfügung hat, bei einer Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern waren es 1.917 Euro.

Die Angaben stammen aus der europäischen Erhebung Leben in Europa 2008, für die 13.312 Haushalte und 24.336 Deutsche ab 16 Jahren zu ihren Einkommen und ihren Lebensbedingungen befragt wurden.

7 Prozent der Erwerbstätigen waren trotz Arbeit armutsgefährdet, was man arbeitsarm nennt. 56 Prozent der Arbeitslosen sind arm, 5 Prozent mehr als 2006. Armutsgefährdet sind eher Frauen (16 Prozent) als Männer (14 Prozent). Bei den jungen Menschen im Alter von 18-24 Jahren ist die Differenz noch ausgeprägter: Frauen 22 Prozent, Männer 18 Prozent. Alleinerziehende sind mit 36 Prozent weiterhin die am stärksten von Armut betroffene soziale Gruppe. 13 Prozent der Haushalte mit Kindern hatten ein Einkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze.