Pakistan im Kriegszustand

Doch die nukleare Infrastruktur sei "safe and secure", versichert Premierminister Yusaf Raza Gilani seinem Kabinett und der internationalen Gemeinschaft.

Um ihn herum gibt es mehr als genug deutliche Zeichen dafür, dass sich Pakistan in einer außergewöhnlichen Situation befindet, die solche Beschwörung nötig hat: Schulen und Universitäten sind nach einem Anschlag auf die International Islamic University in Islamabad geschlossen; ein leitender General, "deputy director-general of military operations", wird in der Hauptstadt Islamabad am helllichten Tag von Guerillas niedergestreckt; der Taliban-Anführer Qari Hussein, "kapitales Ziel" der Armee-Offensive in Nord-Waziristan, erklärt das ganze Land zum Kriegsgebiet; der Informationsminister Kaira bestätigt, dass sich das Land im Krieg befindet; der Flüchtlingsstrom aus den umkämpften Gebieten in Nord-Waziristan wächst auf 150 000 und schließlich äußern Beobachter die ernsthafte Sorge, dass der Einfluss des radikalen Deobandismus (siehe Teile und herrsche) sich über die Nordwestgrenzregion hinaus auf den Punjab ausdehnen könnte, wo die weniger wahabitische Barelwi-Islam-Auslegung dominiert.

Indessen zeigt sich, dass die Offensive in Nord-Waziristan ihre militärischen Ziele nur schwer erreichen kann. Die Einnahme von Kotkai, wo Tehrik-i-Taliban Pakistan- Chef Hakimullah Mehsud und dessen "Vize" Qari Hussain zuhause sind, stellt sich wegen der vielen Dark-Room-Verstecken, Höhlen und Festungen offensichtlich als sehr viel aufwendigere Operation dar, als dies in Pressemitteilungen der Regierung (Medien sind in der Kampfzone nicht zugelassen) den Anschein macht.

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