Papst ruft junge Katholiken zur Evangelisierung des "digitalen Kontinents" auf

Der Vatikan will eine stärkere Präsenz im Internet erreichen, der Papst erhält eine Facebook-Seite, für die Jungen gibt es das Internetportal "Pope2you".

Am 24. Mai wird der Vatikan eine Website für Jugendliche freischalten: Pope2you. Das Internetportal wird am 43. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel eröffnet, den die katholische Kirche am kommenden Sonntag unter dem Thema "Neue Technologien - neue Verbindungen. Für eine Kultur des Respekts, des Dialogs, der Freundschaft" begeht. Damit wird auch eine vatikanische Initiative gestartet, mehr Präsenz im Internet zu gewinnen.

Pope2you soll "eine Seite für junge Menschen" werden, sagte der Präsident des Päpstlichen Medienrats, Erzbischof Claudio Maria Celli: "Schon die Eingangsseite zeigt das: der Papst und die Jugendlichen." Über das Internetportal ist Benedikt XVI dann auch mit einem eigenen Profil im Internet-Netzwerk Facebook vertreten. Er schreibe dort nicht selbst, erklärte Celli, ob er überhaupt mit Internetbenutzern kommuniziert, ist auch nicht bekannt. Die Informationsrichtung scheint klassisch ausgerichtet zu sein, die Internetnutzer sollen "seine Ideen, seine Predigten und Botschaften aus erster Hand kennen“ lernen, sagt Celli, aber sie könnten auch Bilder sehen und mit Freunden über die Inhalte diskutieren: "Das ist ein erster Versuch. Diese Seite sucht das Gespräch mit jungen Leuten: ein reichhaltiges, angenehmes, offenes und herzliches Gespräch." Man wolle sich so "dieser Lebensart, der Kultur der Jugendlichen nähern; nah dran sein an dieser 'digitalen Generation', wie der Papst sie nennt". Für i-Phones wurde ein eigenes Format der Videonews entwickelt, Ende Januar hat der Vatikan bereits einen eigenen YouTube-Channel eingerichtet.

Zum Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel hat der Papst in einer Botschaft gesagt, dass die neuen Technologien "zu grundlegenden Änderungen in der Art und Weise der Kommunikation und in den zwischenmenschlichen Beziehungen“ führen. Sie kommen dem Bedürfnis entgegen, miteinander in Kontakt zu treten. Die Veränderungen seien bei den jungen Menschen der "digitalen Generation“ besonders deutlich, die „sich in einer digitalen Welt zu Hause fühlen“, während diese den Erwachsenen oft noch fremd erscheine. Die neuen Technologien hätten ein "außerordentliches Potential“, das man nutzen müsse: „Diese Technologien sind ein wahres Geschenk für die Menschheit: Wir müssen daher sicherstellen, dass die Vorteile, die sie bieten, allen Menschen und Gruppen zugute kommen, vor allem den Bedürftigen und Schwachen.“ So habe vor allem auch "der Begriff der Freundschaft hat im Vokabular der digitalen sozialen Netze, die in den letzten Jahren entstanden sind, eine neue Blüte erlebt. Dieser Begriff ist eine der höchsten Errungenschaften menschlicher Kultur“, zeigt sich der Papst begeistert.

Wer für Produktion und Verbreitung von Inhalten in den neuen Medien verantwortlich sei, müsse "dem Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen verpflichtet“ sein. Daraus leitet der Papst ab, dass "Nutzer dieser Technologien keine Worte und Bilder austauschen (dürfen), die für den Menschen entwürdigend sind, und daher alles ausschließen (müssen), was Hass und Intoleranz nährt, die Schönheit und Intimität der menschlichen Sexualität herabsetzt oder die Schwachen und Schutzlosen ausbeutet“.

Die jungen Katholiken ruft Benedikt XVI. auf, im Internet zu missionieren. Da "die Verkündigung Christi in der Welt der neuen Technologien deren vertiefte Kenntnis für einen entsprechenden angemessenen Gebrauch“ voraussetze, komme diese Aufgabe für allen der "digitalen Generation“ zu, die sich "fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation" befinde: "Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses "digitalen Kontinents" zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen!“

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