Pharma-Manager packt aus

Tom Nesi leitete die PR-Abteilung von Bristol-Myers Squibb, nun hat er ein Buch veröffentlicht.

In einem Interview mit dem U.S. News and World Report plaudert der ehemalige Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Pharma-Konzern Bristol-Myers Squibb aus dem Nähkästchen. Trotz der Bemühungen der Arzneimittel-Zulassungsbehörden, so Tom Nesi, seien neue Medikamente immer nur an kleinen Patientengruppen getestet worden. Diese würden zudem gezielt ausgewählt. "Arzneimittelfirmen suchen sich nicht die krankesten Patienten, um die Wirkstoffe zu testen." Bei länger auf dem Markt befindlichen Substanzen gäbe es dagegen mehr Erfahrung, sowohl was die wissenschaftlichen Daten als auch die Anwendung durch Ärzte angehe. In seinem Buch "Poison Pills" analysiert Tom Nesi die Hintergründe des Vioxx-Debakel-Warum-die-Katastrophe-nicht-verhindert-wurde/424154.html: Vioxx-Skandals. Damals wurde unter erheblichen Marketingaufwand ein neues Schmerz- und Rheumamittel etabliert. Gratis-Packungen wurden versandt, Ärzte und Redaktionen der Fachmagazine beeinflusst. Später zeigten sich Risiken: Bei Patienten mit Vorgeschichte einer Herzerkrankung verzehnfachte sich das Risiko eines Infarktes unter Vioxx annähernd. Aus Sicht von Nesi sollten Patienten daher gerade bei neuen Medikamenten Vorsicht walten lassen. "Je größer die Kampagne, desto vorsichtiger sollte man sein."

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