Plastikvagina als Holzhammer

Wie Sebastian Edathy die Vorratsdatenspeicherung rechtfertigt

Ende letzter Woche erregte der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy dadurch Aufsehen, dass er einem Fotojournalisten, der ihn über die Rechtslage hinsichtlich der Verwendung fremder Bilder in seinem Facebook-Profil aufklärte, zu einer Sexualpraktik einlud, die als "Rimming" bekannt ist. Obwohl Edathy diese im Alltag gern als Beleidigung gebrauchte Aufforderung wahrscheinlich nicht wörtlich meinte, interessiert sich das Web seitdem in deutlich größerem Ausmaß für seine Arbeit und seine politischen Positionen.

Dadurch weiß nun eine breitere Öffentlichkeit, dass Edathy nicht nur einer der entschiedensten Verfechter einer Vorratsdatenspeicherung ist, sondern auch, mit welchem Argument er diese in der Antwort auf eine Bürgerfrage im Portal Abgeordnetenwatch rechtfertigte: Mit einer Plastikvagina, die ihm unverlangt zugesandt wurde, und deren Besteller er gerne kennen würde.

Thomas Stadler, neben Udo Vetter Deutschlands bekanntester Blogger zu juristischen Themen, forderte den hinsichtlich seiner Immaterialgüterrechtsverletzungen weiter uneinsichtigen gelernten Soziologen angesichts der nun offenbarten eklatanten Wissenslücken zum Rückzug aus dem Rechtsausschuss auf, weil gerade dieser kein "rechtsfreier Raum" sein dürfe. Von Edathy (der mit eigenen Rücktrittsforderungen in der Vergangenheit recht de:official&client=firefox-a: großzügig umging) war dazu bisher ebenso wenig eine Stellungnahme zu bekommen wie von der SPD-Bundestagsfraktion.

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