Portugal setzt auf subventionslose Photovoltaik

Bau von Pumpspeicher-Kraftwerk in Nordportugal

Die Dürre hat auch Spuren in der Stromproduktion hinterlassen, doch das Land setzt nun verstärkt auf Solarstrom ohne Einspeisevergütung

Der portugiesische Netzbetreiber REN hat Jahresbilanz gezogen. Die ist für die Umwelt angesichts des Wassermangels in diesem Jahr nicht sonderlich gut ausgefallen. "Nur" gut 40% des konsumierten Stroms wurden im vergangenen Jahr durch erneuerbare Energien gedeckt.

Das ist im Vergleich mit anderen Ländern in Europa weiter ein recht guter Wert, da auch der Verbrauch weiter zugenommen hat. Doch Portugal hat in früheren Jahren auch schon 60% erreicht und konnte sich zum Teil schon über mehrere Tage komplett über erneuerbaren Strom versorgen.

Es ist das angesichts der extremen Dürre fehlende Wasser im Land, das dazu geführt hat, dass auch in Portugal wieder verstärkt fossile Brennstoffe eingesetzt werden mussten. Da lange stark auf Stromerzeugung über Wasserkraft gesetzt wurde, sank wegen der Dürre der Anteil der Wasserkraft im Jahresdurchschnitt auf 11%, weshalb es ein "Rekordjahr für Gas" wurde, stellt REN fest. 34% des Stroms musste 2017 über Gas erzeugt werden, gefolgt von 26% aus der Kohleverstromung.

Erst dahinter kommen Windstrom mit 23%, Biomasse (5%) und eine Randerscheinung bleibt bisher der Photovoltaik-Strom in dem Sonnenland. Er hat nur zu 1,6% zur Erzeugung beigetragen. Da die Linksregierung festgestellt hat, dass im Strom-Mix der PV-Strom viel zu niedrig ist, wurde eine Offensive gestartet.

Noch in diesem Sommer soll eines der größten Photovoltaik Solarkraftwerke ans Netz gehen, für die keinerlei Subventionen gezahlt werden. Die Anlage wird gerade in Ourique in Südportugal gebaut. 142.000 Solarmodule werden aufgestellt und sie sollen eine Spitzenleistung von gut 46 Megawatt (MW) haben.

Der Staatssekretär für Energie Jorge Seguro Sanches hat erklärt, dass in den zwei Jahren der Linksregierung unter António Costa der Bau von Anlagen mit einer Leistung von 521 (MW) genehmigt worden sind. "Es ist die Strategie der Regierung, die Solarenergie zu fördern, die ohne jede Einspeisevergütung und damit kostenneutral für die Verbraucher ist. Die technologische Revolution muss im Sinne der Konsumenten genutzt werden.“

Er geht davon aus, dass die Stromrechnung in der Zukunft für die Verbraucher sinken wird.
Denn insgesamt hat die Regierung vor, den PV-Sektor um weitere 2.000 MW auszubauen, weshalb es Investitionen in den Netzausbau geben wird, um neue Solarkraftwerke ans Netz bringen zu können.

Auch der Ausbau von Windparks, die ohne Subventionen auskommen, soll weitergehen. Und auch die Wasserkraft soll ausgebaut werden. Bis 2023 sollen in diversen Stufen neue Pumpspeicher-Kraftwerke in Nordportugal fertiggestellt werden, um ebenfalls von der Niederschlagsmenge unabhängiger zu werden und überschüssigen Windstrom in Wasserkraft zu lagern.

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