Postbank-Vorstand: Für 800 Millionen Verluste 11,5 Millionen Prämien?

Die Postbank hat erneut vorgeführt, wie die Banken ihr Ansehen verspielen und den rettungswilligen Politikern das Leben schwer machen.

Die Postbank hat einmal wieder vorgemacht, wie man das Ansehen der Bankenbranche beschädigen kann. Trotz Verlusten in Höhe von 821 Millionen im letzten Jahr genehmigten sich die Verantwortlichen im Vorstand satte Prämien, wie sich nun herausstellte. Weil man Verluste erwirtschaftet hatte, gab es zwar keine Boni, um damit in der Öffentlichkeit nicht anzuecken, aber auf die gewohnten Zuschläge wollte man nicht verzichten und fand einen anderen Weg.

Der Aufsichtsrat hat hier wieder seines Amtes vorbildlich gewaltet und Prämien-Zahlungen in Höhe von 11,5 Millionen Euro genehmigt – für 10 Vorstandsmitglieder, die damit insgesamt 16,2 Millionen einfahren. Damit haben sie über 5 Millionen mehr verdient als 2007. Angeblich bewilligte der Vorstand die Zahlungen, um die Vorstände zu halten.

3,3 Millionen Euro steckt Bankchef Wolfgang Klein ein. Mit dem jährlichen Fixgehalt von 875.000 Euro wäre er wohl auch nicht verhungert, so erhielt er noch fast 2,5 Millionen als Zuschlag.

Auch bei der CSU ist man sauer. Die Politiker tun sich schwer mit einem solchen Verhalten, wenn der Staat mit einem dicken Milliardenrettungspaket Banken unterstützt. Den Bankern scheint politische Rücksichtnahme ein Fremdwort zu sein. "Die Postbank-Manager müssen ihre Millionen-Boni zurückzahlen", forderte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt gegenüber Spiegel Online. Politiker von CDU und SPD stimmen dem zu. Die Postbank wehrt sich, die Zahlungen seien vom Aufsichtsrat bereits im Mai 2008 bewilligt worden - eben für die angeblich außerordentliche Belastungen bei der Suche nach einem Investor, der schließlich in Form der Deutschen Bank gefunden wurde. Und wenn es um die Einkünfte geht, ist man in den Chefetagen nicht flexibel, egal, was um einen herum passiert.