Proteste weiten sich aus

In 670 Städten soll am Montag gegen Atomkraftwerke demonstriert werden

Die Proteste gegen die weitere Atomenergienutzung weiten sich aus. Wie die Kampagnenorganisation .ausgestrahlt berichtet sind für den morgigen Montag in über 670 Städten Demonstrationen und Mahnwachen angemeldet. Der Sprecher der Gruppe, Jochen Stay, geht davon aus, dass die Proteste bisher ungekannte Ausmaße annehmen werden:

"So wie es derzeit aussieht, werden morgen so viele Menschen gegen Atomenergie auf die Straße gehen, wie noch niemals zuvor in der Geschichte dieses Landes. Wir wollen der Bundesregierung deutlich machen, dass es nicht ausreicht, einige Atomkraftwerke für drei Monate pausieren zu lassen. Jetzt ist die endgültige Stilllegung aller Reaktoren nötig, denn die Kernschmelze ist in keinem deutschen AKW auszuschließen." (Jochen Stay)

Am vergangenen Montag hatten sich, wie berichtet, rund 110.000 Menschen in etwa 450 Städten im ganzen Land an Mahnwachen beteiligt. Organisatoren sind neben örtlichen Initiativen meist Gruppen von Umweltorganisationen wie dem BUND, der Naturfreunde Jugend, oder auch ATTAC sowie zum Teil örtliche Gliederungen der Oppositionsparteien.

Auch am gestrigen Samstag fanden in verschiedenen Städten Anti-AKW-Demonstrationen statt. Gefordert wurde meist der sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft. In Hamburg kamen zum Beispiel 2.000 zu einer Kundgebung vor dem Vattenfall-Kundenzentrum, wie die Umweltorganisation Robin Wood in einer Pressemitteilung schreibt. Weitere Demonstrationen gab es unter anderem in Gera, Frankfurt, Lübeck, Fulda, Köln und Landshut. Eine gewisse Rolle spielte die Forderung nach dem Atomausstieg auch auf einer Demonstration gegen den höchst umstrittenen Stuttgarter Tiefbahnhof. Nach Angaben der von der taz zitierten Veranstalter kamen über 58.000 Teilnehmer, die zum Auftakt der japanischen Erdbebenopfer in mit einer Schweigeminute gedachten.

Am kommenden Samstag werden die Proteste mit vier koordinierten Demonstrationen in München, Berlin, Hamburg und Köln einen neuen Höhepunkt erreichen. Des weiteren wird es am 9. April einen bundesweiten dezentralen Aktionstag geben, und für den 25. April sind aus Anlass des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl Demonstrationen an den AKWs und einigen anderen Atomanlagen geplant. Außerdem geht man bei .ausgestrahlt davon aus, dass in vielen Orten auch die Montagsaktionen weiter gehen werden.

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