Raucher sind dümmer

Nach einer israelischen Studie schneiden junge männliche Raucher bei IQ-Tests schlechter ab als Nichtraucher

Wollte man eine israelische Studie über Raucher knapp zusammenfassen, würde deren Ergebnis lauten: Raucher sind dümmer bzw. weniger intelligent als Nichtraucher – zumindest, wenn es sich um junge Männer handelt.

Die Wissenschaftler von der Tel Aviv University und dem Sheba Medical Center am Tel Hashomer Hospital haben für ihre Studie, die in der Zeitschrift Addiction erschienen ist, 20.221 18-21 Jahre alte Männer vor, während und nach dem Militärdienst befragt. 68 Prozent haben nie geraucht, 28,5 Prozent rauchten pro Tag mindestens eine Zigarette, 3 Prozent waren Ex-Raucher.

Durchschnittlich schnitten die Raucher bei Intelligenztests schlechter als die Nichtraucher ab. Bei diesen lag der IQ bei 101, bei den Rauchern aber nur bei 94. Auch bei Brüdern hatte der rauchende einen niedrigeren IQ als der nichtrauchende. Bei den Rauchern, die mehr als eine Packung täglich konsumierten, sank der IQ gar auf 90 herunter. Je mehr Zigaretten täglich geraucht werden, desto niedriger der IQ. Nach der Studie sollen sich sozioökonomische Faktoren für den Griff zur Zigarette weitgehend ausschließen lassen. Ein niedrigerer IQ scheint also die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, zum Raucher zu werden, allerdings liegt der IQ der meisten Raucher in der Normalverteilung.

Psychiater Mark Weiser, der Leiter des Wissenschaftlerteams, meint, das Ergebnis bestätige den allgemeinen Trend, der sich in epidemiologischen Studien gezeigt habe, nämlich, dass die allgemeine Entscheidungsfähigkeit von Menschen am unteren Ende des Durchschnitts-IQ schlechter sei, wenn es um ihre Gesundheit geht. Sie würden auch eher zum Übergewicht und zum Drogenkonsum neigen. Sein Rat ist, Kinder mit einem niedrigeren IQ schon in der Schule zu behandeln, um sie vor den schlechten Gewohnheiten im späteren Leben zu bewahren.