Realsatiriker Josef Joffe scheitert schon wieder am Landgericht Hamburg

ZEIT-Herausgeber macht noch immer Anstalten

Der publizistische Amoklauf des ZEIT-Herausgebers Josef Joffe gegen die ZDF-Satiresendung "Die Anstalt" gefiel heute mit einer Ehrenrunde in der Hamburger Pressekammer. Joffe hatte sich gegen ein Schaubild der inzwischen legendären Sendung gewehrt, das Joffes Verstrickungen in diverse atlantische Gesellschaften illustrierte. So hatte sich Joffe daran gestört, dass das Schaubild ihm acht Verbindungen unterstellte. Joffe zufolge seien es nicht ganz so viele gewesen - plausibel, denn auch in den USA meiden Ästheten die Gesellschaft von Humorbefreiten.

Im September hatte das Landgericht Hamburg Joffe sanft signalisiert, dass es die Haarspalterei mit den Linien albern fand. Joffe wollte nicht hören und wurde seiner am OLG Hamburg erkämpften einstweiligen Verfügung verlustig. Doch eine verlorene Schlacht ist noch kein verlorener Krieg, dachte sich Joffe und ließ durch seinen Anwalt ausrichten, bis zum letzten juristischen Atemzug zu kämpfen.

Nunmehr befasste sich das Landgericht Hamburg mit dem Streit in Form einer Hauptsacheklage, die der Abendzeitung zufolge heute abgewiesen wurde. Es sei für den Betrachter nicht entscheidend, ob auf dem Bild sieben oder acht Verbindungen aufgezeigt würden, zumal es sich um eine Satire-Sendung handele.

Satire-Fans hoffen, dass Joffe der Ankündigung seines Anwalts treu bleibt und in Berufung geht.

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