Recyclingstahl als atomares Zwischenlager

Unkontrolliertes Einschmelzen kontaminiert Baustahl - Beschleuniger könnten Reaktoren ersetzen

Ende Februar wurde bekannt, dass 150 Tonnen radioaktiv belasteter Stahl aus Indien und China nach Deutschland importiert und hier nicht nur als Baustahl, sondern auch als Edelstahl Fahrstuhlbedienpanels, also Bauteile die direkt berührt werden, eingesetzt wurde. Es ist der globale Handel mit Altmetall, der den radioaktiv belasteten Stahl über den Globus verteilt. Altmetall und Recycling sind heute ein globales Geschäft geworden, bei dem große Mengen Altmetall auch aus Ländern, in denen radioaktiven Quellen nicht ausgesondert werden, in den Rohstoffkreislauf gelangen. Das gilt nicht nur für Bauteile aus Nuklerkraftwerken sondern auch für strahlende Bauteile aus der Nuklearmedizin, etwa aus Krankenhäuser oder auch Forschungseinrichtungen. Das Problem scheint schon länger zu bestehen, belasteter Stahl ist aber erst jetzt verstärkt aufgefallen, weil erst im Rahmen der Terrorismusbekämpfung beim Zoll entsprechende Stichprobenkontrollen durchgeführt werden.

Über Gebrauchsgegenstände in denen kontaminierter Stahl verbaut wurde sollen in Taiwan über 1000 Menschen jahrelang einer Dosis von über ein Millisievert ausgesetzt gewesen sein. Die Internationale Atomenergiebehörde schlug auf einer Konferenz in Taragona zum Thema vor allem verstärkte Kontrollen und Aufklärung vor. Dabei wären Strahlenquellen die waffenfähiges Uran zur Herstellung diagnostischer Isotope einsetzen heute gar nicht mehr notwendig. Setzte man Uran 238 ein, statt wie bisher waffenfähiges Uran 235, könnte der Herstellungsprozeß für, in der Medizin eingesetzte, Isotope gänzlich ohne Kernreaktoren auskommen, das spaltbare Material müßte dann nämlich nicht mehr mit Neutronen beschossen werden, sondern könnte mit energiereichem Licht aus einem Elektronenbeschleuniger bestrahlt werden.

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