Religion riskanter als Porno

Ein Symantec-Bericht misst Virengefahr nach Website-Kategorien

In seinem aktuellen Gefahrentrendbericht postuliert der Sicherheitssoftwarehersteller Symantec, dass 19,8 Prozent der im letzten Jahr mit Malware bestückten Websites in die Kategorie "Blogs und Kommunikation" fallen, wozu auch Soziale Netzwerke gerechnet wurden. Auf Platz zwei folgten mit 15,6 Prozent Filehoster, auf Platz drei mit 10 Prozent Wirtschaftsangebote, auf Platz vier der Bereich Einkauf, auf Platz fünf Bildung, auf Platz sechs "Technologie, Computer und Internet", auf Platz sieben "Unterhaltung und Musik", auf Platz acht Autos, auf Platz neun Gesundheit und erst auf Platz zehn die besonders als "Virenschleudern" verschrienen Erotikangebote.

Im Bereich "Blogs und Kommunikation" war eine von 67 Sites mit Malware infiziert, im Bereich Bildung eine aus 164 und im Bereich "Verwaltung, Recht, Militär" eine aus 199. Auf den Plätzen fünf bis acht folgen beim Prozentanteil "Technologie, Computer und Internet", Autos, Spiele, Einkauf und – überraschenderweise "Religion und Ideologie". Pornografie landet hier mit einer Rate von einer infizierten unter 1.105 Sites nur auf Platz 13. Dazwischen liegen "Unterhaltung und Musik", Sport, Wirtschaft und Gesundheit.

Erstellt man die Rangliste nach der Zahl der Infektionen pro Site, dann führt der Bereich "Religion und Ideologie" mit durchschnittlich 115 verschiedenen Attacken vor den Filehostern mit 39 und der Pornografie mit 25. Auf Websites mit religiösem oder ideologischem Inhalt befindet sich also durchschnittlich gut drei mal so viel Malware wie auf solchen mit pornografischem. Hier folgen auf den Plätzen sechs bis zehn "Unterhaltung und Musik", Wirtschaft, "Technologie, Computer und Internet", Reisen, Sport, Autos und Einkauf.

82 Prozent der Attacken auf den religiös-ideologischen Websites standen im Zusammenhang mit Fake-Antivirensoftware. Dass diese Betrugsform in dieser Kategorie besonders verbreitet ist, zeigt sich auch daran, dass 26,4 Prozent aller Fake-Antivirensoftware-Attacken insgesamt von religiös-ideologischen Websites stammen. Auf Wirtschafts-Websites nutzt man dagegen gerne Browserexploits, mit denen 66,5 Prozent aller dort gesichteten Attacken zu tun hatten. 23,3 Prozent aller Browserexploits insgesamt befanden sich auf Websites, die dieser Kategorie zugeordnet wurden.

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