SEC untersucht Bestechung von Souvereign Wealth Fonds

US-Börsenaufsicht SEC überprüft zehn Wall-Street-Firmen, ob sie ausländische Amtsträger bestochen haben, um Staatsfonds als Kunden zu gewinnen

Bislang richtete sich der "Foreign Corrupt Practices Act" von 1977, unter dem die Geldhäuser nun Anklagen fürchten müssen, vor allem gegen Industriebetriebe, die ausländische Amtsträger geschmiert haben sollen, um an öffentliche Aufträge zu kommen. Das trifft häufig auch nicht US-Betriebe; im Vorjahr erklärte sich beispielsweise Daimler bereit 185 Mio. USD an Strafe zu bezahlen um einer FCPA zu entgehen.

Wie das Wall Street Journal berichtet werde nun aber erstmals gegen Wall-Street-Finanzfirmen wie Citigroup und den Hedgfonds Blackstone Groupe ermittelt. Bislang habe die Börsenaufsicht bei zehn Unternehmen offiziell angefragt. Die Briefe enthielten zwar keine konkreten Beschuldigungen, forderten die Banken, Hedge Fonds und Private Equity Fonds aber dazu auf, ihre Geschäfte mit Staatsfonds offen zu legen und alle Dokumente zu sichern. Insbesondere werde der Frage nachgegangen, ob die Geldhäuser so genannte Platzierungsagenten dafür bezahlt hätten, ihre Produkte bei Staatsfonds unterzubringen. Voraussetzung für die Strafbarkeit ist, ob diese Agenten als Staatsangestellte zu betrachten sind, wozu sich die SEC laut WSJ aber bereits entschlossen habe.

Staatsfonds hätten laut dem Londoner Consulter Prequin zuletzt über ein Vermögen von 3,59 Billionen Dollar verfügt. Mehr als die Hälfte der Fonds investiere dabei in Private Equity Fonds, 37 Prozent in Hedge Fonds.

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