Saudi-Arabien will Opec-Beschluss zur Senkung der Fördermengen umgehen

Russland bietet Opec eine "intensive Zusammenarbeit" an.

Die Opec hatte gestern beschlossen, die Förderemengen um 500.000 Barrel pro Tag zurückzufahren, da der Markt überversorgt sei und die Preise eingebrochen waren. Mitgliedsländer wie Iran und Venezuela hatten zu der Entscheidung gedrängt.

Dan Perino, Sprecherin des Weißen Hauses, macht deutlich, dass die Entscheidung der Opec auf Missfallen stößt: "Wir wollen mehr Öl auf dem Markt sehen, nicht weniger." Auch der für Energie zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs lehnte die Senkung der Fördermengen ab, das sei schlecht für den Markt.

Auf Druck der USA hatte Saudi Arabien, der größte Erdölproduzent und wichtigster Alliierter der USA in den Region, bereits im Juni und Juli die Fördermengen erhöht. Nun schert das undemokratische Königreich offenbar wieder aus der Reihe aus, obgleich es den Beschluss mitgetragen hatte. Vertreter der Regierung sagten, ihr Land werde weiterhin ausreichend Öl fördern und den Beschluss umgehen.

Ungemach könnte für die USA und den Westen, die über Georgien in einen Konflikt mit Russland eingetreten sind, aus einer Anfrage der russischen Regierung an die Opec erwachsen. Russland bietet eine "intensive Zusammenarbeit" mit der Opec an. Damit würde deren Macht über die Preise gestärkt, mit Russland zusammen würde die Opec über mehr als die Hälfte der globalen Öl-Reserven kontrollieren und könnte damit auch politisch Druck ausüben. Opec-Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri will nächsten Monat nach Russland reisen, um die Kooperation zu vertiefen. Beide Seiten weisen von sich, dass eine engere Zusammenarbeit einen Einfluss auf die Preise haben würde.