Scheiss-Streik gegen schlechte Arbeitsverhältnisse

Damit protestieren Beschäftigte aus dem Pflege- und Assistenzbereich gegen die immer schlechteren Arbeitsverhältnisse in dieser Branche.

Der wohl ungewöhnliche Arbeitskampf hat am 27. April begonnen, der erste bundesweite Scheiss-Streik. Einen Monat lang, bis zum 27. Mai, werden die Beschäftigten aus dem Pflege- und Assistenzbereich den bei ihrer Arbeit anfallenden Kot in luftdicht verschließbare Röhrchen füllen und an die ihrer Meinung nach für die soziale Misere Bereich Verantwortlichen schicken. Zu den aufgelisteten potenziellen Adressaten gehören neben politische Instanzen wie die Berliner Senatsverwaltung für Soziales auch Zeitarbeitsfirmen, kirchliche Träger, Zeitarbeitsfirmen, Arbeitsagenturen und Krankenkassen..

Bemerkenswert ist der große Unterstützerkreis der Aktion. Dazu gehören die gg-themenkomplex-uapa&catid=11:hintergrundinfos&Itemid=29: Unabhängige Arbeitnehmervertretung in der persönlichen Assistenz, die Sektion Sozialwesen der anarchosyndikalistischen Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union, aber auch der Fachbereichsekretär Altenhilfe/Gesundheitsberufe des ver.di – Bezirks Berlin Michael Musall. Er begründet seine Unterstützung mit den besonders schlechten Arbeitsbedingungen in dieser Branche. Da ein klassischer Streik, der auf den Rücken der Assistenznehmer ausgetragen würde, nicht in Frage kommt, müssten die Beschäftigten neue, ungewöhnliche Maßnahmen anwenden, um auf ihre schlechte Situation aufmerksam zu machen.

Darin sieht auch der Betriebsrat bei den Berliner Ambulanten Diensten, Carsten Does, den Sinn des Scheiss-Streiks. „Seit dem Jahr 2000 hat es bei uns keine Lohnanpassung mehr gegeben. Seit letztem Jahr sind alle Neueingestellen mit Lohnkürzungen von 20 % konfrontiert“, beschreibt er die nicht untypischen Arbeitsbedingungen seiner Branche.

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