Schlappe für Kohlelobby

Britisches Gericht erkennt die Gefahren von Kohlekraftwerken an.

Das wird der britischen Kohle-Lobby gar nicht schmecken: Ein Geschworenen-Gericht hat gestern sechs Greenpeace-Mitglieder vom Vorwurf der Sachbeschädigung freigesprochen, wie der Guardian berichtet. Fünf von ihnen hatten im Oktober 2007 den Schornstein des Kohlekraftwerks Kingsnorth bestiegen und dort am Schornstein die Buchstaben "Gordon" angebracht. Eigentlich hatte daraus "Gordon stop it!" werden sollen, aber die Aktivisten waren vorher aufgehalten worden.

Vor Gericht zeigten sich die Angeklagten geständig, beriefen sich jedoch darauf, dass es darum gegangen sei, schweren Schaden am Eigentum anderer in aller Welt zu verhindern, der durch die Treibhausgas-Emissionen des Kraftwerks verursacht werde. Das Gericht hörte zu dieser Frage an acht Verhandlungstagen unter anderem einen Vertreter der grönländischen Eskimos sowie Jim Hansen vom Goddard Institut der NASA. Hansen ist einer der renommiertesten und auch am meisten angefeindeten Klimaforscher der USA. Vor dem britischen Gericht wiederholte er seine Forderung nach einem Moratorium.

Das Gericht folgte dem "lawful excuse" der Verteidigung, was interessante Perspektiven nicht nur für künftige Proteste sondern auch für juristische Auseinandersetzungen um den Bau neuer Kohlekraftwerke eröffnet. In Kingsnorth im englischen Südwesten will übrigens auch der deutsche Energie-Gigant E.on ein neues Kraftwerk bauen. Im August hatte es in der Nähe des geplanten Standorts ein Protestcamp gegeben.

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