Schulstreiks: Freitag globaler Aktionstag

In der deutschen Polarforschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts ist die Klimakrise nach wie vor ein Thema. Bild: Signs for Future

Schüler lassen nicht locker. Im Vorfeld des UN-Klimagipfels wird weltweit gestreikt

Die Schulstreiks für mehr Klimaschutz gehen beharrlich weiter und laufen sich gerade so richtig warm. Am kommenden Freitag, am 20. September, ist ein globaler Streiktag geplant, an dem auch die Erwachsenen aufgerufen sind, sich zu beteiligen.

Und der Ruf wird gehört. Selbst aus der Antarktis, von der dortigen deutschen Forschungsstation, schicken die Überwinterer einen Appell, sich zu beteiligen.

Weltweit sind bisher über 2400 Aktionen, Demonstrationen, Kundgebungen und ähnliches in 115 Ländern angemeldet. Von Malta bis nach Spitzbergen, von Inuvik im äußersten Nordwesten Kanadas bis nach Puerto Varas im Süden Chiles, von Tunis bis nach Kapstadt, von Çanakkale im äußersten Westen der Türkei bis nach Hanoi, Ulaanbatar und Tokyo werden Schüler, Lehrer, Wissenschaftler, Gewerkschafter und andere auf die Straße gehen.

Genau genommen handelt es sich um eine ganze Aktionswoche, aber die meisten Streiks werden am 20. September stattfinden, insbesondere auch in Deutschland. Hierzulande will das sogenannte Klimakabinett der Bundesregierung einen Plan verabschieden, wie die deutschen Klimaziele bis 2030 erreicht werden sollen.

Die Proteste sollen den Druck auf die Regierung erhöhen, mehr zu unternehmen, denn die 2030er Klimaziele reichen noch keinesfalls, um das 2015 in Paris verabredete Ziel der Weltgemeinschaft zu erreichen. Die globale Erwärmung solle "deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau" gehalten und möglichst gar auf 1,5 Grad Celsius beschränkt werden, heißt es in der Pariser Übereinkunft.

Um dazu seinen angemessenen Beitrag zu leisten, müsste Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen ab sofort um zirka zehn Prozent pro Jahr absenken. (Deutschland ist für rund zwei Prozent der aktuellen Emissionen verantwortlich, hat aber nur einen Anteil von etwa 1,2 Prozent an der Weltbevölkerung.)

Hierzulande rufen neben den Schülern unter anderem auch die Anwohner der Tagebaue, das Wissenschaftler-Netzwerk Scientists for Future, ein Bündnis von Unternehmern und verschiedene Gewerkschaften zur Teilnahme auf. Die Gewerkschaften beeilten sich aber zu versichern, dass es sich nicht um einen Streikaufruf handelt. Vom deutschen Aufruf gibt es übrigens auch eine Übersetzung ins Arabische

Unterstützung kommt auch von der hannoverschen Landeskirche. Deren Landesbischof Ralf Meister ruft in einer Videobotschaft dazu auf, zu den Demonstrationen zu gehen und die Glocken läuten zu lassen. Im ganzen Land könne ein Zeichen zum Erhalt des Planeten gesetzt werden.

Im Internet gibt es derweil diverse Aufrufe aller möglichen Berufsgruppen aus aller Welt, sich an dem Aktionstag und der anschließenden Aktionswoche zu beteiligen. Unter anderem werben US-amerikanische Amazon-Mitarbeiter und britische Feuerwehrleute mit Videos auf Twitter für die Teilnahme. Globaler Anlass ist die nächste Woche in New York tagende UN-Vollversammlung, die sich mit dem Thema Klimawandel beschäftigen wird.