Schulstreiks: Klima-Demos auch in den Ferien

Aufnahme vom 15. März 2019. Foto: Francisco Colín Varela/ CC BY 2.0

Weltweit halten die Freitags-Demonstrationen für mehr Klimaschutz weiter an

Auch am Karfreitag, also in den Schulferien, gingen in Deutschland und in diversen anderen Ländern (insgesamt in über 400 Städten u.a. in Argentinien, Guatemala, Belgien, in der Tschechischen Republik, Mazedonien, Indien, Kenia, Tansania, Indonesien und Südkorea) wieder Zehntausende, wenn nicht gar mehr Schüler auf die Straße, um für schnellen und wirksamen Klimaschutz zu demonstrieren.

Hierzulande gehört, wie berichtet, der Ausstieg aus der Kohle bis 2030, die Erfüllung der Verpflichtungen aus der Pariser Klima-Übereinkunft und das sofortige Ende aller Subventionen für fossile Energieträger zu den Kernforderungen der jungen Bewegung.

In einem Tweet stellt die deutsche Koordination auf Twitter indirekt den Zusammenhang mit den ebenfalls an diesem Wochenende laufenden Ostermärschen her. Der Klimaschutz sei eng verbunden mit der Frage von Frieden und Sicherheit. Die Klimakrise verschärfe in Ländern wie Irak, Jemen und Afghanistan die Ressourcenknappheit – gemeint ist vermutlich vor allem die Wasserknappheit – und damit auch die Konflikte. Schon jetzt gehörten zudem Dürren und Extremwetter und der steigende Meeresspiegel zu den wichtigsten Fluchtursachen. Auch dadurch könne es zu Konflikten kommen.

Vielleicht lässt ja die Tatsache, dass die Schüler auch in den Ferien demonstrieren, endlich einmal die leidige Schulpflicht-Debatte verstummen. Bleibt zu hoffen, dass diejenigen meist konservativen, wirtschaftsliberalen oder rechtsextremen Politiker, die sich am meisten echauffiert haben, nun ihre Energie ganz in die Behebung des Lehrermangels und des Abbaus der eklatant hohen Unterrichtsausfallraten stecken.

Zu hoffen wäre außerdem, dass endlich ernsthafter über die Anliegen der Jugendlichen – und der weltweit vielen Zehntausend sie unterstützenden Wissenschaftler – gesprochen würde. Es mehren sich nämlich in letzter Zeit die Zeichen, dass alles auch noch ein bisschen schlimmer kommen könnte.

So zeigen zum Beispiel die meisten der neuen Generation von Klimamodellen eine höhere Empfindlichkeit des Erdsystems gegenüber dem Anstieg der Treibhausgase. Außerdem zeigt eine jüngst veröffentlichte Studie der globalen Erwärmung in diesem Jahrhundert, dass die Veränderungen in der Arktis bisher unterschätzt wurden.

Das ergibt ein Vergleich von Satellitendaten mit den für gewöhnlich verwendeten Aufzeichnungen von Bodenstationen und Messbojen. Demnach scheint die ohnehin überdurchschnittliche Erwärmung der hohen nördlichen Breiten noch etwas schneller voranzuschreiten, als ohnehin bereits in den Wetterdaten dokumentiert.

Unterdessen sind dieser Tage bei der CDU Spenden der BMW-Eigner, der Industriellenfamilie Quandt, in Höhe von knapp 700.000 Euro eingegangen, wie unter anderem das Handelsblatt berichtet. Wundert es da noch jemanden, dass die Autoindustrie trotz aller Betrügereien fest darauf vertrauen kann, dass sie weder die geprellten Käufer angemessen entschädigen, noch wirklich strenge Abgas-Vorgaben oder gar eine Verkehrswende zu Gunsten des Klimas fürchten muss, die öffentlichem Nahverkehr und der Bahn endlich den Vorrang gegenüber dem Auto geben würde.

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