Schulstreiks: Ratschlag und nächste Höhepunkte

Fridays for Future-Demonstration in Australien. Archivfoto (März 2019): School Strike Sidney/ CC BY 2.0

Auch die Bayernwahl soll zur Klimawahl gemacht werden. Australier freuen sich über Erfolg

Man könnte als Journalist versucht sein, mit der Karawane zur nächsten Krise weiterzuziehen. Ein faschistisches Massaker und anhaltender Naziterror in Deutschland, die NATO beginnt ein Großmanöver an der russischen Grenze, Erdogan eskaliert den Konflikt in und mit Syrien, Flüchtlinge dabei als Bauern in seinem Schachspiel nutzend, und der Corona-Virus bedroht die globale Gesellschaft mit einer Pandemie, wie sie seit 100 Jahren keine gesehen hat.

Die Schülerinnen und Schüler sind da allerdings etwas beständiger. Sie haben die Klimakrise nicht vergessen und fühlen vermutlich sehr genau, dass diese die Menschheit noch begleiten wird, wenn Erdogan und der Corona-Virus längst vergessen und die Menschen im Nahen Osten endlich Frieden gefunden haben. Ja vielleicht sogar, wenn in Deutschland endlich die Nazi-Terrornetzwerke zerschlagen sind.

Am vergangenen Freitag wurde wieder in zahlreichen Städten hierzulande und in vielen anderen Ländern demonstriert. Zum Beispiel in Russlands hohem Norden am Weißen Meer und an anderen Orten in dem großen Land, im US-amerikanischen New York City und im britischen Bristol, wo Greta Thunberg zu Gast war, in Dänemark und Uganda, in Oldenburg, am Bodensee und in Neu Delhi.

Im australischen Sydney wurde auch die Schule bestreikt und zugleich hatte man dort einen Grund zum feiern. Das norwegische Unternehmen Equinor hatte, wie berichtet seine Pläne aufgegeben, in der Tiefsee vor Australiens Südküste nach Öl zu bohren.

Nächster Meilenstein für die Klimaschützer Down under wird nun sein, den geplanten Kohle-Tagebau von Adani zu verhindern, für dessen Kohlebahn Siemens die Signaltechnik liefern soll. Die Chancen stehen gar nicht so schlecht, denn womöglich wird das indische Unternehmen Schwierigkeiten haben, Abnehmer zu finden. In Indien meinte kürzlich der zuständige Minister, dass man ab dem Finanzjahr 23/24 keine Kohle mehr importieren wolle.

Derweil beraten hierzulande übers Wochenende Schüler und Studierende auf einem Ratschlag in Köln, wie es mit der Klimaschutzbewegung weiter gehen soll. Klar ist, dass am 13.3., kurz vor den Kommunalwahlen in Bayern, ein Schwerpunkt im Freistaat gesetzt werden soll. Außerdem steht bereits der 24. April als Datum für den nächsten globalen Aktionstag fest.

In Berlin tanzte man sich dafür schon mal am Samstagnachmittag warm. Mit einer Aktion "Den roten Teppich erobern“ wurde am Rande der dortigen Berlinale das Rampenlicht der internationalen Presse genutzt, um auf Klimakrise und Artensterben aufmerksam zu machen.