Schulstreiks: Solidarität mit Rojava

Klimastreik in Erfurt am 27.9. Bild: Tobias Möritz/CC BY-SA-2.0

Schulstreiks gehen weiter. Jugendliche politisieren sich zunehmend und stellen Zusammenhänge mit anderen Bewegungen her

Auch am heutigen Freitag wurden wieder in aller Welt Schulen bestreikt und demonstriert, um von den Regierungen wirksamen Klimaschutz und die Begrenzung der globalen Erwärmung einzufordern. Eine unvollständige internationale Liste zeigt Einträge aus 141 Ländern, darunter Afghanistan, Argentinien, Algerien, Bangladesch, Brasilien, Frankreich, Indien, die Tschechische Republik, Russland, die Niederlande, Tansania, Uganda,Thailand und Togo.

Aus Österreich sind auf der internationalen Liste sechs Aktionen für heute gemeldet, auf die es jedoch auf der österreichischen Fridays-for-Future-Seite keinen Hinweis gibt. In verschiedenen Städten finden dort Vernetzungstreffen statt.

Hierzulande wurde heute seit genau zehn Monaten und zwar in 27 Städten gestreikt. Auf die Straße ging man zum Beispiel am Bodensee, in München, in Berlin, wo es auch eine Fahrradsternfahrt gab, oder in Köln, wo es inzwischen auch eine regelmäßige Demo für Erwachsene ab 18 Uhr unter dem Motto #KoelleForFuture gibt.

Politisierung einer neuen Generation

Derweil sehen die jugendlichen Aktivisten ihren Kampf für Klimaschutz offensichtlich nicht losgelöst von anderen Auseinandersetzungen in der Gesellschaft. In den letzten Monaten hat sich zum Beispiel eine zunehmende Zahl der Ortsgruppen explizit als antifaschistisch bezeichnet.

Das ist heute leider nicht mehr ganz selbstverständlich, nachdem bürgerliche Parteien, Polizei und Verfassungsschutz in den letzten Jahren viel Energie darauf verwendet haben, den in den 1980ern in Westdeutschland erreichten antifaschistischen Grundkonsens aufzuweichen und den Begriff zu stigmatisieren.

Auch der Angriff der türkischen Armee auf die kurdische Selbstverwaltung in Nordsyrien stößt auf explizite Kritik. So solidarisieren sich zum Beispiel Aurich for Future und Ende Gelände auf Twitter mit den Einwohnern der Region die "mittels Gewalt des türkischen Militärs grausam bekämpft und vertrieben werden".

Eine per Email verschickte Erklärung der Antikapitalistischen Plattform innerhalb Fridays For Future erinnert daran, dass die betroffene Region vom klerikal-faschistischen IS befreit werden musste und zwar von jenen Kräften, die jetzt angegriffen und als Terroristen bezeichnet werden. Feminismus, Ökologie und Basisdemokratie seien die Grundpfeiler der dort eingerichteten Verwaltung und auch dort gebe es eine Initiative Fridays-For-Future-Rojava sowie eine Kampagne "Make Rojava Green Again".

Green New Deal

Unterdessen hat Bernd Riexinger, Ko-Vorsitzender der Linkspartei, in einem Meinungsbeitrag im Neuen Deutschland einen "linken Green New Deal" gefordert. Kein Beschäftigter solle sich zwischen der Zukunft seiner Kinder und seinem Job entschieden müssen. Es gehe um "sinnvolle Arbeit und Löhne, die für ein gutes Leben reichen". Milliarden-Investitionen müssten her und Profitorientierung aus Bereichen wie Wohnen, Mobilität und Gesundheitsversorgung verbannt werden. Mit höheren Löhnen, Arbeitszeitverkürzung und einer neuen Qualität sozialer Infrastruktur in Stadt und Land könne ein neues Wohlstandsmodell begründet werden.